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Nachruf

Bettina Rudhof

Mit Bettina Rudhof ist am 17.06.2020 eine geschätzte Kollegin des Kunsthistorischen Instituts von uns gegangen. Die Architektin und Kunsthistorikerin war fast dreißig Jahre am Institut tätig. Nach ihrem Studium begann sie 1995 als Fotografin und hat später die Lehre im Bereich der Architekturgeschichte wesentlich mitgeprägt. Ihre Einführungsveranstaltungen erfreuten sich bei den Studierenden großer Beliebtheit. Sie boten einen umfassenden Einstieg in das Fach und zugleich einen sehr persönlichen Blick darauf. Die Begeisterung und Freude, mit der Bettina Rudhof architekturhistorische und andere Themen vermittelte, steckten an und beschränkten sich keineswegs nur auf die universitäre Lehre. Am Deutschen Architekturmuseum kuratierte sie unter anderem die vielbeachtete Ausstellung zu Stanley Kubrick. In ihren beliebten Vorträgen zur Architekturtheorie erschloss sie in den letzten Jahren einem breiten Publikum die Werke berühmter Architekten und Designer wie El Lissitzky, Robert Venturi, Aldo Rossi, Rem Koolhaas, Carlo Scarpa u.a.. Allgemeinverständlichkeit und Genauigkeit im Detail waren hierfür ebenso charakteristisch wie ein großer Respekt vor den behandelten Themen. Dies gilt auch für ihre zahlreichen Publikationen zur Architektur- und Designgeschichte. Aus persönlichen Gründen beschäftigte sie sich zudem intensiv mit sozialen Fragen wie dem barrierefreien Wohnen etwa für Demenzkranke oder dem Thema inklusives Bauen.

Bettina Rudhof war eine verlässliche, feinsinnige, stets hilfsbereite und vor allem humorvolle Kollegin, die mit ihrer engagierten, eigenständigen, kritischen und streitbaren Art das Institut bereichert hat. Dass sie so unvermittelt aus dem Arbeitsleben und nun endgültig aus dem Leben gerissen wurde, hinterläßt eine große Lücke.


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