Museen und Ausstellungen

Deutsches Architekturmuseum

www.dam-online.de

Paulskirche

Ein Denkmal unter Druck

7. September 2019 - 16. Februar 2020

In der Hoffnung auf Frankfurt als neue bundesdeutsche Hauptstadt wurde 1947\48 die kriegszerstörte Paulskirche als potenzieller Parlamentssitz wieder aufgebaut. Unter Federführung von Rudolf Schwarz entstand ein bewusst nüchterner Raum, der für das Eingeständnis der Schuld und den demokratischen Neubeginn steht. Inzwischen ist die Paulskirche ein Festsaal, von dem bundesweite Debatten ausgehen, dessen architektonische Qualität aber selten gewürdigt wird.
Die Ausstellung schildert die Baugeschichte von 1786 bis heute entlang der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Strömungen. Gezeigt werden zahlreiche historische und aktuelle Fotos sowie Entwurfszeichnungen aus der Sammlung des DAM. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Umbauten in den 1960er- und 1980er-Jahren samt den begleitenden Rufen nach Rekonstruktion eines Vorkriegszustandes, die auch heute anlässlich einer anstehenden Sanierung wiederkehren.

Böhm 100: Der Beton-Dom von Neviges

18. Januar – 26. April  2020
Gottfried Böhms 100. Geburtstag ist am 23.1.2020. Das wollen wir feiern: mit einer konzentrierten Ausstellung, die der Wallfahrtskirche in Neviges gewidmet ist, einem seiner bekanntesten Bauten. Zwischen 1963 und 1968 entstand ein Beton-Dom, der von den Franziskanermönchen als zweitgrößte Kirche im Erzbistum Köln in Auftrag gegeben wurde. Gegenwärtig wird das gefaltete Dach mit einer innovativen Textilbetonschicht saniert. 2005 und 2006 fanden im Deutschen Architekturmuseum große Ausstellungen zum Werk von Gottfried Böhm und seinem Vater Dominikus Böhm statt. Nun werden neue Archivfunde aus der Entstehungszeit der Wallfahrtskirche präsentiert und mit einem Ausblick auf die Zukunft verbunden. Ein umfangreiches Vortragsprogramm führt, unter anderem, die drei als Architekten tätigen Söhne Böhms zusammen, gibt Einblicke in die Technik der Betoninstandsetzung und bringt auch den Film „Die Böhms – Architektur einer Familie“ wieder nach Frankfurt.

Interim Oper Frankfurt

25. Januar – 23. Februar  2020 

Wie kann ein Interimsgebäude für eine Oper aussehen? In Frankfurt ist dies eine der Fragen rund um die Zukunft der Städtischen Bühnen. Der Workshop der aac Academy for Architectural Culture widmete sich weiteren Fragen: Kann sich die Oper im Interim weiter öffnen und Einblicke hinter die Kulisse gewähren? Lassen sich mit einem Interim neue Zuhörer gewinnen? Wie wird das Interim im Sinne der Nachhaltigkeit weiter genutzt? Unter der Leitung von Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz wurden Lösungen entwickelt für ein zeitgemäßes Opern-Interim an der Bockenheimer Warte, welches im Ensemble mit dem Bockenheimer Depot einen öffentlichen Kulturplatz definieren könnte.
Eine Ausstellung der aac Academy for Architectural Culture, Hamburg, mit Unterstützung des Dezernats für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main. Die aac ist eine Einrichtung der gmp-Stiftung.

Neue Bühne(n) am Willy-Brandt-Platz

25. April – 24. Mai  2020 

Sanierung oder Neubau? Die Zukunft der Städtischen Bühnen hat in Frankfurt bereits für viele Diskussionen gesorgt. Diesen Fragen haben sich Studierende des Master Architektur der Frankfurt UAS gewidmet. Unter Leitung des Architekten Prof. Jean Heemskerk entstanden sowohl Entwürfe für beide Spielstätten oder auch nur für eine. Von der expressiven Großskulptur im städtebaulichen Zusammenhang, über Teilsanierung der bestehenden Theaterdoppelanlage bis zu einem Bühnenhochhaus als weltweites Alleinstellungsmerkmal in Frankfurt.
Wettbewerb und Ausstellung wurden mit der Unterstützung des Dezernats für Kultur und Wissenschaft sowie der Frankfurt University of Applied Sciences realisiert.

Die Neue Heimat (1950-1982)

14. März – 2. August    

Die Neue Heimat war der größte und bedeutendste nicht-staatliche Wohnungsbaukonzern im Europa der Nachkriegszeit. In einem Zeitraum von über dreißig Jahren hat das Gewerkschaftsunter-nehmen mehr als 400.000 Wohnungen geplant und ausgeführt. Die Projekte der Neuen Heimat sind sowohl Ergebnis eines einzigartigen Zusammenspiels von wirtschaftlichen Interessen und Politik, als auch Ausdruck und Spiegelbild der bundesdeutschen Sozialgeschichte. Der skandalträchtige Zusammenbruch des Unternehmens Anfang der achtziger Jahre wirkte wie ein Schock auf die westdeutsche Bevölkerung und markierte das Ende einer Epoche.

the Playground Project

9. November 2019 - 21. Juni 2020

Zwischen 1950 und 1980 war der Spielplatz ein kreatives Labor. In den Städten der Industrienationen entstanden innovative, ver-rückte und aufregende Projekte: Landschaftsarchitekten, Künstler, Aktivisten und Bürger wollten Kindern den besten Spielort zur Verfügung stellen und zugleich Gemeinschaft und Stadt neu denken. Ausgehend von den Pionieren neuer Spielplatzkonzepte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts macht The Playground Project den Reichtum dieser Zeit erlebbar – durch Bilder, Modelle, Pläne, Bücher und zahlreiche Filme aber auch durch Spielskulp-turen zum Kriechen, Rutschen und Verstecken. Alle, ob Kinder, Eltern, Spielraumplaner, Pädagogen, Architekten oder Studenten, sind willkommen, den Spielplatz von Gestern zu entdecken und sich jenen von Morgen auszudenken. The Playground Project wurde von Gabriela Burkhalter für die Kunsthalle Zürich kuratiert und für das Deutsche Architekturmuseum aktualisiert und ergänzt.


Caricatura-Museum

www.caricatura-museum.de

40  Jahre Titanic

Die endgültige Ausstellung

3. Oktober 2019 - 2. Februar 2020

TITANIC wird 40 Jahre alt - und Zonen-Gabys Mauerfallglück 30! Das macht zusammen 70 Jahre deutsche Satire ohne Grenzen, innerdeutsche wie die des guten Geschmacks. In 480 endgültigen Titelbildern bilden sich die Geschichte der Neuen Frankfurter Schule und die der Bundesrepublik ab: Hitler, Strauß, Hitler, Kohl, Kohl, Hitler, Schröder, Kohl, Papst Benedikt, Hitler, Merkel, Kohl und Adolf Hitler. Sie alle und noch viele mehr wurden unwürdig verewigt. Auf dass weiterhin gilt: "Die endgültige Teilung Deutschlands - das ist unser Auftrag." (Chlodwig Poth)

Beste Bilder - Die Cartoons des Jahrzehnts

13. Februar bis 14. Juni 2020

Jahr für Jahr erweisen sich CartoonistInnen als scharfe Chronisten: Sie skizzieren die Geschehnisse, so wie sie waren, spiegeln Höhepunkte, Skandale sowie den herrschenden Zeitgeist wider – und das mit den Mitteln von Nonsens, Kritik und Humor. Zum zehnjährigen Jubiläum der Cartoonband-Reihe „Beste Bilder“ (Lappan-Verlag) zeigt das Caricatura Museum Frankfurt die Schau „Beste Beste Bilder“ und würdigt darin über 80 KünstlerInnen, darunter die Preisträger des „Deutschen Cartoonpreises“ seit 2016. Die komische Dekaden-Rückschau ermöglicht einen Gang durch politische Umbrüche, gesellschaftsrelevante Themen, nie enden wollende Diskussionen, permanente Lebensthemen – und das alles in Zeichnungen mit satirischer Perspektive und gekonnten Pointen. Der Cartoon als Witzzeichnung in einem Bild rückt in dieser Ausstellung in den Mittelpunkt und trifft die Ereignisse mit dem Nagel auf den Kopf


Deutsches Filmmuseum

www.deutschesfilmmuseum.de

Maximilian Schell

10. Dezember 2019 bis 19. April 2020

Er gehört zu den wenigen deutschsprachigen Schauspielern, die in Hollywood reüssierten. Bereits früh in seiner Karriere gewann Maximilian Schell für JUDGMENT AT NUREMBERG (US 1961, R: Stanley Kramer) den Oscar® als bester Hauptdarsteller. In dem starbesetzten Werk spielte er neben berühmten Kollegen wie Spencer Tracy, Burt Lancaster, Judy Garland und Marlene Dietrich. Als er mehr als 20 Jahre später, 1984, mit MARLENE einen legendären Dokumentarfilm über Marlene Dietrich machte, schloss sich gleichsam der Kreis. Gehörte Marlene Dietrich doch zu den ersten deutsch(sprachigen) Schauspielerinnen, die in die USA emigrierten und auch dort zu Stars wurden.


Schätze aus dem Schutt - 800 Jahre St. Leonhard

verlängert bis 1. März 2020

2019 feiert die Leonhardkirche ihr 800-jähriges Jubiläum. Das Dommuseum zeigt zusammen mit dem Archäologischen Museum und der städtischen und staatlichen Denkmalpflege herausragende Funde, die bei der archäologischen Grabung während der Sanierung der Kirche gemacht wurden. Zum ersten Mal sind die Skulpturen und Glasfragmente, Pilgermuscheln und Alltagsgegenstände zu sehen und erzählen aus der Geschichte von St. Leonhard –einer der schönsten Kirchen Frankfurts.


Frankfurter Kunstverein

www.fkv.de

Trees of Life – Erzählungen für einen beschädigten Planeten

10.10.2019 — 19.01.2020

Teilnehmende KünstlerInnen: Sonja Bäumel, Edgar Honetschläger, Dominique Koch und das Künstlerkollektiv Studio Drift.

Eröffnung: Mittwoch, 09. Oktober 2019, 19 Uhr

Vom 10. Oktober 2019 bis zum 19. Januar 2020 präsentiert der Frankfurter Kunstverein in Kooperation mit dem Senckenberg Naturmuseum Frankfurt die Ausstellung „Trees of Life – Erzählungen für einen beschädigten Planeten“, ein interdisziplinäres Ausstellungsprojekt, die den Blick von einem historisch gewachsenen, anthropozentrischen Weltbild auf ein systemisches Verständnis des Menschen als Teil des evolutionären Prozesses führt.


Historisches Museum Frankfurt

www.historisches-museum.frankfurt.de

Meisterstücke - Vom Handwerk der Maler

12. November 2019 - 19 Januar 2020

Was ein Meisterwerk ist, glauben wir alle zu wissen und denken dabei an Dürer, Rembrandt und Velázquez. Aber was ist eigentlich ein Meisterstück? In Vergessenheit geraten ist, dass auch Maler einmal in Zünften organisiert waren und wie andere Handwerker zum Abschluss ihrer langen Ausbildung ihr Können mit einem Meisterstück beweisen mussten. Erst dann durften sie ihre Gemälde signieren, eine eigene Werkstatt führen und selbst ausbilden. Die Ausstellung des Historischen Museums widmet sich erstmals diesem vergessenen Thema der Künstlersozialgeschichte.

Schopenhauers Frankfurt

ab 30. Oktober 2019

Der Philosoph Arthur Schopenhauer, 1788 in Danzig geboren, entwarf in seinem Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ das Bild eines blinden und irrationalen Willens als Kern allen Lebens. Mit seiner Philosophie befand er sich im Widerspruch zu herrschenden geistigen Strömungen, die vom Glauben an Vernunft und Fortschritt geprägt waren. Als in Berlin, wo er als Dozent an der Universität lehrte, die Cholera ausbrach, verließ er die Stadt und zog 1833 nach Frankfurt.


Institut für Stadtgeschichte

www.stadtgeschichte-ffm.de

Clara Schumann: Eine moderne Frau im Frankfurt des 19. Jahrhunderts

bis 26. Januar 2020

Clara Schumann, geb. Wieck (1819–1896), war nicht nur die bedeutendste Pianistin ihrer Zeit, sondern auch Komponistin, Musikpädagogin und moderne Unternehmerin. Nach dem frühen Tod ihres Mannes, des Komponisten Robert Schumann, sorgte sie mit höchst erfolgreichen Konzertreisen durch halb Europa für den Unterhalt ihrer vielköpfigen Familie. Persönliche Schicksalsschläge wie den Tod mehrerer ihrer acht Kinder meisterte sie beherzt.

Gerd Winter: Farbfelder

bis 16. Februar 2020

Gerd Winter (* 1951), Meisterschüler der Frankfurter Städelschule, verbindet in seiner Farbfeldmalerei gestische Abstraktion mit meditativer Stille. Auf der Suche nach Schönheit, nach gültiger ästhetischer Form, letztendlich nach Wahrhaftigkeit bedeutet ihm die Präsenz der Farbe immer auch die Gegenwart eines großen Geheimnisses. So öffnen sich seine Bilder zu weiten Ausblicken als Fenster zur geistigen Welt.


Jüdisches Museum

www.juedischesmuseum.de

Ostend. Blick in ein jüdisches Viertel

bis 24. November 2019
Ausstellung im Hochbunker an der Friedberger Anlage

Das Frankfurter „Ostend“ entwickelte sich östlich der Wallanlagen auf Garten- und Feldgelände. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstand hier ein Wohngebiet für Angehörige der Mittelschicht, die von Handel, Kleingewerbe und Handwerk lebten.

Nach der Öffnung des Frankfurter Ghettos um 1800 war ein Großteil der jüdischen Bevölkerung bevorzugt in das Ostend gezogen. Viele Familien blieben in räumlicher Nähe zu bestehenden religiösen und sozialen Einrichtungen, koscheren Geschäften und der jüdischen Nachbarschaft. Ab 1850 entstanden auch neue Bauten der Jüdischen Gemeinde und der neu gegründeten IRG. Um 1895 war knapp die Hälfte der Ostend-Bewohner


Liebieghaus Skulpturensammlung

www.liebieghaus.de

White Wedding
Die Elfenbein-Sammlung Reiner Winkler

Für immer

Die Liebieghaus Skulpturensammlung erhält grandiosen Zuwachs: Die Ernst von Siemens Kunststiftung, der Städelsche Museums-Verein und das Städel Museum haben, mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Hessischen Kulturstiftung, eine Sammlung von über 200 kostbaren Elfenbeinskulpturen aus dem Besitz von Reiner Winkler für die Liebieghaus Skulpturensammlung erworben. Mit dieser Erwerbung, die durch die großzügige Schenkung des überwiegenden Teils der Sammlung durch Reiner Winkler überhaupt ermöglicht wurde, gelingt dem Liebieghaus die bedeutendste Erweiterung der eigenen Bestände in der Geschichte des Museums.


Museum für Angewandte Kunst

www.angewandtekunst-frankfurt.de

Meet Asian Art: Von Drachen, Einhörnern und Mondhasen
Tierische und mythische Wesen im alten China

24. Oktober 2019 - 30 August 2020

Die Welt der Kreaturen gehört zu den faszinierendsten Gebieten der visuellen Kultur Chinas. Die Darstellung von Natur, besonders aber auch der Tiere, ist schon seit rund 2.500 Jahren zu den wichtigsten Ausdrucksformen im Reich der Mitte.

Dabei treten mythisch-fiktive Kreaturen noch häufiger in Erscheinung als Abbilder der realen Tierwelt. Bereits zwischen dem 4. und 2. Jh. v. Chr. erscheint das auf älterer mündlicher Überlieferung basierende Buch Shanhaijing 山海經 („Klassiker der Berge und Meere“), in dem in enzyklopädischer Aufstellung Hunderte von Sagentieren und kuriosen Wesen vorgestellt werden.

Aus der umfangreichen Asiatischen Sammlung im Museum Angewandte Kunst zeigt diese Präsentation ausgewählte Beispiele aus unterschiedlichsten Materialien, die mehr als 2.000 Jahre chinesischer Kultur- und Geistesgeschichte widerspiegeln.

House of Norway

11. Oktober 2019 - 26. Januar 2020

Mit HOUSE OF NORWAY widmet das Museum Angewandte Kunst seine gesamte Ausstellungsfläche Norwegen, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019. Die Ausstellung versammelt und mischt herausragende Positionen aus Kunst, Design, Kunsthandwerk und Architektur, um Konstellationen entstehen zu lassen, die überraschen und zu einem neuen Sehen einladen.

Sie lässt sich wie eine Reise der besonderen Art lesen: mit erstmaligen und wiederkehrenden Begegnungen, Momenten des Erstaunens und Innehaltens, mit Neuentdeckungen dort, wo einem bereits etwas bekannt und vertraut erschien. Eine Reise durch ein Land, das von unterschiedlichen Landschaften, Klimazonen und Bevölkerungsdichten geprägt ist: Der Süden und Westen unterscheidet sich mit seinen Küstengebieten, Seenlandschaften und Wäldern entschieden von der Schneetundra der Finnmark im Norden oder den arktischen Gefilden im Nordosten; das Leben in Oslo und den anderen wenigen Großstädten ist ein anderes als das in den ländlichen Gebieten. Entsprechend unterschiedlich sind nicht nur die Lebenswirklichkeiten der Menschen an den jeweiligen Orten, sondern auch die Anregungen für künstlerisches und gestalterisches Schaffen. Und so hält auch die Existenz einer indigenen Volksgruppe, deren Kulturraum, Sápmi, sich über Norwegen, Schweden, Finnland und Teile Russlands erstreckt, andere Themen für Künstler*innen und Gestalter*innen bereit, als die von tiefen Taleinschnitten und dunklen Wäldern bestimmten Landschaften in der Telemark – was wiederum zu anderen Ausdrucksformen und den Werken zugeschriebenen Bedeutungen führt.


Museum für moderne Kunst

www.mmk-frankfurt.de

Museum

17. August 2019 - 16. Februar 2020

Ein Museum der Gegenwart muss immer ein anderes sein. Die Ausstellung Museum versucht in einer Zeit des permanenten Wandels und begleitender Ohnmacht andere Räume zu öffnen und zu besetzen. Nicht die kritische Hinterfragung der Institution selbst steht im Mittelpunkt, sondern ihre Möglichkeiten.

Mit Werken aus der Sammlung, Neuproduktionen und Leihgaben möchte die Ausstellung Museum heutige Freiheitsräume der Kunst und damit des gegenwärtigen Museums öffnen, um mit Gesten der Transformation, Transgression und Gestaltung das Andere zu denken und erfahrbar zu machen.


Museum Giersch der Goethe-Universität

www.museum-giersch.de

Georg Heck (1897 - 1982)

Retrospektive

10. Oktober 2019 - 9. Februar 2020

Der Frankfurter Georg Heck gehört zu den vielseitigsten Künstlern seiner Generation. Vor dem Hintergrund einer wechselvollen Biographie, die das Erleben von zwei Weltkriegen und Diktatur umfasste, entwickelte er ein Werk von großer Eigenständigkeit. Zunächst Schüler von Max Beckmann, dann als »entartet« verfemt, gelangte Heck in seinem Nachkriegswerk zu einer beeindruckenden Gestaltungskraft zwischen Abstraktion und Figuration. Insbesondere im Medium des Holzschnittes schuf er kraftvolle Meisterwerke. Georg Heck war Mitglied der Darmstädter und der Frankfurter Sezession sowie des Frankfurter Kreises. Die umfassende Retrospektive veranschaulicht anhand von Gemälden und Graphiken die Bedeutung dieses Künstlers und stellt zugleich sein Schaffen in seinen Bezügen vor. Begleitend ermöglicht ein von der Aventis Foundation gefördertes Digitalprojekt mit Zeitzeugeninterviews et cetera eine weiterführende Auseinandersetzung mit dem heute vergessenen Künstler und seinem Œuvre.


Schirn Kunsthalle Frankfurt

www.schirn-kunsthalle.de

Hanna Ryggen
Gewebte Manifeste

26. September 2019 - 12 Januar 2020

Hannah Ryggen webt Geschich­ten von verblüf­fen­der Aktua­li­tät. Ihre monu­men­ta­len Wand­tep­pi­che grei­fen mutig die grund­le­gen­den Themen des Lebens in unse­rer Gesell­schaft auf: die Gräuel des Krie­ges, Macht­miss­brauch, unser Ange­wie­sen­sein auf die Natur und die Verbin­dung zu unse­ren Fami­lien und Mitmen­schen. Von einem klei­nen autar­ken Bauern­hof an der West­küste Norwe­gens aus schuf die schwe­disch-norwe­gi­sche Künst­le­rin ein eindrucks­vol­les, poli­tisch inspi­rier­tes Werk. Sie lancierte bild­li­che Angriffe auf Hitler, Franco und Musso­lini und setzte sich deut­lich vernehm­bar für die Opfer von Faschis­mus und Natio­nal­so­zia­lis­mus ein. Die SCHIRN präsen­tiert – anläss­lich des Ehren­gast­auf­tritts Norwe­gens auf der Frank­fur­ter Buch­messe 2019 – eine große Einzel­aus­stel­lung, die dem Publi­kum in Deutsch­land erst­mals einen umfas­sen­den Einblick in Ryggens OEuvre gewährt. In den rund 25 gezeig­ten Tapis­se­rien wird Hannah Ryggen auch als Vertre­te­rin einer ande­ren Art von Moderne vorge­stellt, in der sich Elemente aus Volks­kunst und Mytho­lo­gie mit Themen des gegen­wär­ti­gen Lebens mischen. Dabei erkun­dete sie ein ganz neues Spek­trum von Moti­ven und verwen­dete ein tradi­tio­nel­les Medium für ein neuar­ti­ges Ziel: der Öffent­lich­keit mit Wand­tep­pi­chen, die von Ort zu Ort bewegt werden konn­ten, ihre star­ken poli­ti­schen Botschaf­ten mitzu­tei­len.

Lee Krasner

11. Oktober 2019 - 12 Januar 2020

Eine Pionie­rin des abstrak­ten Expres­sio­nis­mus ist nach mehr als 50 Jahren in einer großen Retro­spek­tive wieder in Europa zu sehen: Lee Kras­ner. Die Ausstel­lung der SCHIRN erzählt die Geschichte einer der unbe­irr­bars­ten Künst­le­rin­nen des 20. Jahr­hun­derts. Präsen­tiert wird das Gesamt­werk der US-Ameri­ka­ne­rin, darun­ter Selbst­por­träts, Aktdar­stel­lun­gen in Kohle, die streng geome­tri­schen Little Images oder wegwei­sende Gemälde der Prophecy-Reihe, expe­ri­men­telle Haupt­werke der Umber- und Primary-Serie und späte Colla­gen. Lee Kras­ner war Mitglied der Ameri­can Abstract Artists und pflegte Freund­schaf­ten zu Ray Eames, Willem de Koon­ing und Franz Kline. Lange Zeit stand sie als Künst­le­rin im Schat­ten ihres Ehemanns Jack­son Pollock. Nach dessen frühem Tod bei einem Auto­un­fall 1956 entschied sie sich, Pollocks Atelier zu nutzen, und leitete damit eine neue Phase ihrer künst­le­ri­schen Karriere ein. Erst­mals konnte sie auf monu­men­ta­len, nicht aufge­zo­ge­nen Lein­wän­den arbei­ten. Es entstan­den einige ihrer bedeu­tends­ten Arbei­ten, u. a. „The Guar­dian“, „Happy Lady“, „Combat“ oder „Siren“. Anders als andere Künst­le­rin­nen und Künst­ler ihrer Zeit, die eben­falls unge­gen­ständ­lich malten, entwi­ckelte Kras­ner nie einen „signa­ture style“, sondern reflek­tierte ihre Praxis mit dem Anspruch, ihre Bild­spra­che stets neu zu erfin­den.

Karla Black

25. Oktober 2019 - 19. Januar 2020

Die raum­grei­fen­den Skulp­tu­ren von Karla Black sind von einer mehr­deu­ti­gen, fragi­len Schön­heit. Zarte Pastell­töne und Folien, Licht und Refle­xio­nen verlei­hen ihnen trotz ihrer großen Formate einen schwe­re­lo­sen Eindruck. Die Werke bewe­gen sich zwischen Instal­la­tion, Male­rei und Perfor­mance und haben letzt­lich den Anspruch, eigen­stän­dige Skulp­tu­ren zu sein. Die schot­ti­sche Künst­le­rin arbei­tet mit Mate­ria­lien des tägli­chen Gebrauchs und der Kosme­tik, mit Farbe, Gips­pul­ver und trans­pa­ren­tem Klebe­band, mit Vase­line, Lippen­stift und Nagel­lack. Die Textur, „das Anfüh­len“, ist für die Auswahl ausschlag­ge­bend. Black instal­liert ihre orts­spe­zi­fi­schen Skulp­tu­ren selbst, sie arbei­tet mit den Händen, verreibt, schmiert, mischt. Diese direkte Ausein­an­der­set­zung mit dem Mate­rial versteht sie als Möglich­keit der Kommu­ni­ka­tion und als Mittel für das Verständ­nis der sie umge­ben­den Welt. Für die SCHIRN wird die Künst­le­rin eine neue Raum­skulp­tur für die öffent­lich zugäng­li­che Rotunde entwi­ckeln.
Karla Black (*1972 in Alex­an­dria, Schott­land) lebt und arbei­tet in Glas­gow. 2011 vertrat sie Schott­land auf der 54. Bien­nale von Vene­dig und wurde im selben Jahr für den Turner-Preis nomi­niert. Ihre Arbei­ten wurden in zahl­rei­chen inter­na­tio­na­len Einzel- und Grup­pen­aus­stel­lun­gen gezeigt.



Fantastische Frauen.
Surreale Welten von Meret Oppenheimer bis Frida Kahlo

13. Februar 2020 – 24. Mai 2020

Göttin, Teufe­lin, Puppe, Fetisch, Kind­frau oder wunder­ba­res Traum­we­sen – die Frau war das zentrale Thema surrea­lis­ti­scher Männer­fan­ta­sien. Künst­le­rin­nen gelang es oftmals nur als Part­ne­rin oder Modell, in den Kreis rund um den Grün­der der Gruppe der Surrea­lis­ten André Breton einzu­drin­gen. Aller­dings zeigt sich bei genaue­rer Betrach­tung, dass die Betei­li­gung von Künst­le­rin­nen an der Bewe­gung wesent­lich größer war als allge­mein bekannt und darge­stellt.

Die SCHIRN betont nun erst­mals in einer großen Themen­aus­stel­lung den weib­li­chen Beitrag zum Surrea­lis­mus. Was die Künst­le­rin­nen von ihren männ­li­chen Kolle­gen vor allem unter­schei­det, ist die Umkehr der Perspek­tive: Oft durch Befra­gung des eige­nen Spie­gel­bilds oder das Einneh­men unter­schied­li­cher Rollen sind sie auf der Suche nach einem neuen weib­li­chen Iden­ti­täts­mo­dell. Auch mit dem poli­ti­schen Zeit­ge­sche­hen, der Lite­ra­tur sowie außer­eu­ro­päi­schen Mythen und Reli­gio­nen setz­ten sich die Surrea­lis­tin­nen in ihren Werken ausein­an­der. Mit rund 260 beein­dru­cken­den Gemäl­den, Papier­ar­bei­ten, Skulp­tu­ren, Foto­gra­fien und Filmen von 35 inter­na­tio­na­len Künst­le­rin­nen bildet die Ausstel­lung ein viel­fäl­ti­ges stilis­ti­sches und inhalt­li­ches Spek­trum ab. Neben berühm­ten Frauen wie Louise Bour­geois, Frida Kahlo oder Meret Oppen­heim sind zahl­rei­che unbe­kannte, aufre­gende Persön­lich­kei­ten wie Alice Rahon oder Kay Sage aus mehr als drei Jahr­zehn­ten surrea­lis­ti­scher Kunst zu entde­cken.


Städel Museum

www.staedelmuseum.de

Making van Gogh

23. Oktober 2019 - 16. Februar 2020

Im Zentrum der Ausstellung steht die Entstehung des „Mythos van Gogh“ um 1900 sowie die Bedeutung seiner Kunst für die Moderne in Deutschland. Gezeigt werden mehr als 120 Gemälde und Arbeiten auf Papier. Den Kern bilden 50 zentrale Werke von Vincent van Gogh aus allen Schaffensphasen. Es ist die umfangreichste Präsentation mit Werken des Malers seit fast 20 Jahren in Deutschland.


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