Museen und Ausstellungen

Deutsches Architekturmuseum

www.dam-online.de

SOS Brutalismus

bis 2. April 2018


Erstmals wird die brutalistische Architektur der 1950er bis 1970er Jahre im weltweiten Überblick gezeigt. Der Begriff Brutalismus bezieht sich nicht auf das Wort »brutal«, sondern auf béton brut, den französischen Ausdruck für Sichtbeton. Brutalistische Architektur zelebriert das Rohe, die nackte Konstruktion – und ist enorm fotogen, wird mittlerweile bejubelt auf Facebook und Instagram. Aber viele sehen darin nur brutale Betonmonster. Doch die expressiven Bauten entstanden in einer Zeit der Experimente, des gesellschaftlichen Aufbruchs. Heute droht etlichen der Abriss. Die Rettungskampagne #SOSBrutalism mit einer Datenbank zu über 1000 Bauten erweitert daher die Ausstellung ins Internet, Kooperationspartner sind das BauNetz und das Magazin uncube.

Grosse Oper - viel Theater
Bühnenbauten im europäischen Vergleich

24. März bis 31. Mai 2018

Anlässlich der Diskussion über die Städtischen Bühnen Frankfurt stellt das DAM gemeinsam mit dem Kulturdezernat der Stadt Frankfurt unter dem Titel „Große Oper – viel Theater?“ europäische Bühnenbauten vor. Wie werden Bühnen in der Zukunft aussehen? Welche Gestalt können diese zentralen Orte der kollektiven kulturellen Begegnung haben? Nicht nur die technischen Möglichkeiten und Anforderungen unterliegen einem Wandel, auch die Inszenierungen und die Wünsche des Publikums. In Frankfurt steht rund fünfzig Jahre nach der Eröffnung der ungewöhnlichen Doppelanlage aus Schauspiel und Oper mit dem emblematischen gläsernen Foyer eine umfassende Erneuerung der Städtischen Bühnen an. Sanierung oder Neubau, alter oder neuer Standort sind Handlungsoptionen, die diskutiert werden. Die Ausstellung wirft einen Blick auf vergleichbare Projekte der letzten Jahre sowohl in Deutschland wie auch in Europa. Darunter sind Sanierungen historischer Anlagen ebenso wie spektakuläre Neubauten, die in manchen Fällen auch einen städtebaulichen Akzent gesetzt haben.


Institut für Stadtgeschichte

www.stadtgeschichte-ffm.de

Denkmal der grauen Busse

Rathenauplatz

bis 31.Mai 2018

Mehr als 1.000 Frankfurter mit psychischen Krankheiten oder geistigen Behinderungen wurden 1941 in der NS-„Euthanasie“-Anstalt Hadamar bei Limburg ermordet. Grau gestrichene ehemalige Postbusse beförderten die zuvor in Heil- und Pflegeanstalten eingewiesenen Patienten nach Hadamar, wo sie medizinisches Personal nach ihrer Ankunft mit Giftgas umbrachte. Mit dem Begriff „Euthanasie“ (griechisch: „guter Tod“) verschleierten die Nationalsozialisten die systematische Tötung von in ihren Augen „lebensunwertem Leben“. Insgesamt fanden vom 13. Januar bis zum 24. August 1941 in Hadamar 10.122 Kranke einen grausamen Tod.

Das von den Künstlern Horst Hoheisel und Andreas Knitz konzipierte „Denkmal der Grauen Busse“ erinnert an die Todestransporte und die Krankenmorde im Nationalsozialismus.


Liebieghaus Skulpturensammlung

www.liebieghaus.de

William Kentridge kommt!

22. März bis 26. August 2018

2018 präsentiert die Liebieghaus Skulpturensammlung ein ebenso umfassendes wie ungewöhnliches Ausstellungsprojekt mit einem der international bedeutendsten zeitgenössischen Künstler: Vom 22. März bis 26. August widmet das Frankfurter Museum William Kentridge (*1955) eine Einzelausstellung in 32 seiner musealen Räume. Der südafrikanische Künstler, der in vielen künstlerischen Disziplinen beheimatet ist, ist eingeladen, seine Werke in einen Dialog mit dem Bestand der 5.000 Jahre umfassenden Skulpturensammlung zu bringen. Zu sehen sind über 80 teils raumfüllende Arbeiten und Installationen, die das Spektrum von Kentridges Œuvre aufzeigen.


Museum für Angewandte Kunst

www.angewandtekunst-frankfurt.de

Jil Sander - Präsens

4. November 2017 - 6. Mai 2018

Jil Sander gehört zu den einflussreichsten Modedesigner/innen ihrer Generation. Jil Sander in raumgreifenden multimedialen Installationen und Tableaus die Auswirkungen ihrer Gestaltungshaltung auf Ästhetik, Material und Form von Mode- und Produktdesign, Architektur und Gartenkunst.

Die Präsentation, die facettenreicher kaum sein könnte, macht den Erfindungsreichtum und die kreative Kraft einer Gestalterin sichtbar, der es darum geht, die Persönlichkeit eines Menschen hervorzuheben.

meet asian art

bis 6. Mai 2018

Ein langes Leben, Gesundheit oder Gelassenheit – in vielerlei Symbolen und Anspielungen verweist chinesisches Blau-Weiß-Porzellan aus der Regierungszeit des Ming-Kaisers Wanli (1572-1620) auf Glück- und Segenswünsche.

Das Museum Angewandte Kunst zeigt eine Auswahl von 24 Porzellanen aus der Wanli-Ära in seinem Ausstellungs- und Veranstaltungsforum meet asian art, das sich in wechselnden Schwerpunkten der Kunst Asiens widmet.

Im Jahr 1572, als der erst neunjährige Zhu Yijun zum Kaiser des Ming-Reiches erklärt wurde, verkündete man Wanli („Zehntausend Jahre“) zur Regierungsdevise. Kaiser Wanli herrschte 48 Jahre lang und damit länger als jeder andere Ming-Kaiser. Unter seiner Herrschaft prosperierten zunächst Wirtschaft, Kunst und Kultur. In den späten Wanli-Jahren jedoch erlebte China einen Niedergang, der bald danach zum Zusammenbruch der Ming-Dynastie führte.


Museum für moderne Kunst

www.mmk-frankfurt.de

MMK 1
A Tale of Two Worlds. Experimentelle Kunst Lateinamerikas der 1940er- bis 80er-Jahre im Dialog mit der Sammlung des MMK

bis 2. April 2018

Für eine der größten Ausstellungen in seiner Geschichte kooperiert das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main mit dem Museo de Arte Moderno de Buenos Aires (Moderno) in Argentinien.

Die Präsentation umfasst 500 Werke aus privaten und öffentlichen Sammlungen von über 100 Künstlern aus Lateinamerika, den USA und Europa.

MMK 2
Image Profile.
Aspekte des Dokumentarischen in der fotografischen Sammlung des MMK

23. März 2018  bis 15. Juli 2018

Ob auf dem Smartphone, in der Zeitung oder am Computer - jeden Tag nehmen wir unsere Welt über eine Flut von Fotografien wahr.  Zahlreiche Künstler aus der Sammlung des MMK haben sich mit Medienbildern auseinandergesetzt und sie in ihren Werken neu interpretiert. Sie reflektieren dabei sowohl politische Themen, die in der Presse durch Bilder verbreitet wurden, dekonstruieren den authentischen Charakter der Pressefotografien oder schaffen Bilder zu Themen, die bislang nicht bebildert werden konnten.

MMK 1
EXTREME. NOMADS
RAY 2018

24. Mai 2018 bis 9. September 2018

Das Bildliche bestimmt unseren Alltag und unsere Wirklichkeit. Mit dem Thema EXTREME werden die RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain 2018 diese Bildmächtigkeit anhand einer Vielfalt internationaler künstlerischer Strategien in den Mittelpunkt ihrer dritten Ausgabe stellen. Seit Jahrzehnten findet sich in den Institutionen und Sammlungen in Frankfurt und der Region Rhein-Main eine bemerkenswerte Dichte und Kompetenz im Bereich der Fotografie. Nach den ersten beiden erfolgreichen Ausgaben RAY 2012 und RAY 2015 wird diese außerordentliche Qualität und Vielfalt erneut in einer einzigartigen Konstellation präsentiert: Über 40 Künstlerinnen und Künstler, 15 Partnerinstitutionen, 10 Ausstellungsorte und 6 Städte im Rhein-Main-Gebiet schließen sich zusammen und machen diesen Fokus international sichtbar. Mit Ausstellungen, zahlreichen Events und erstmals mit einem viertägigen Festival zum Triennale-Thema EXTREME bietet RAY zwischen dem 23. Mai und 9. September 2018 eine facettenreiche Auseinandersetzung mit der Fotografie.

MMK 1
Soziale Fassaden. Ein Dialog der Sammlungen des MMK und der DekaBank

30. Mai 2018 bis 16. September 2018

Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und die DekaBank verbindet eine langjährige Partnerschaft beim Ausbau der Museumssammlung und als Gründungspartner des MMK 2. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der DekaBank erhält das MMK vier Hauptwerke aus der Sammlung der Bank als Schenkung. Diese umfasst zum Teil großformatige Installationen von den Künstlern Michael Elmgreen & Ingar Dragset, Michael Beutler, Tue Greenfort und Martin Kippenberger.


Museum Giersch der Goethe-Universität

www.museum-giersch.de

Freiraum der Kunst - Die Studiogalerie der Goethe-Universität Frankfurt 1964 - 1968

18. März bis 8. Juli 2018

Die vom Allgemeinen Studentenausschuss betriebene Studiogalerie veranstaltete von 1964 bis 1968 im Studentenhaus auf dem Campus Bockenheim Ausstellungen, Happenings und Fluxus-Konzerte mit namhaften KünstlerInnen der nationalen und internationalen Avantgarde. Diese Aktivitäten verstanden sich als studentischer Beitrag zur Demokratisierung der Gesellschaft und dokumentieren die kulturelle Aufbruchsstimmung der 1960er Jahre. Als Höhepunkt der Studiogalerie gilt die 1967 von Peter Roehr und Paul Maenz kuratierte Ausstellung »Serielle Formationen«. Diese brachte erstmals Vertreter der amerikanischen Minimal Art mit europäischen Positionen zusammen und kann nun dank der Kooperation mit der Daimler Art Collection nachgezeichnet werden. Die Ausstellung zur Studiogalerie versteht sich als kunsthistorischer Beitrag zum Projekt »50 Jahre 68« der Goethe-Universität.


Schirn Kunsthalle Frankfurt

www.schirn-kunsthalle.de

Basquiat
Boom for real

bis 27. Mai 2018

Im New York der 1970er-Jahre hinter­ließ Jean-Michel Basquiat auf Häuser­wän­den Graf­fiti-Nach­rich­ten, colla­gierte Base­ball- und Post­kar­ten, kreierte seine eigene Klei­dung, malte auf Türen, Fens­ter­rah­men und auf riesi­gen Lein­wän­den. Heute zählt Basquiat (1960–1988) zu den bedeu­tends­ten Malern des 20. Jahr­hun­derts. Aus der sich im Lower Manhat­tan versam­meln­den Kunst­szene des Post-Punk-Under­ground kommend, eroberte das Wunder­kind ohne akade­mi­sche Ausbil­dung die Kunst­welt. Er arbei­tete mit Künst­ler­freun­den wie etwa Andy Warhol, Keith Haring oder auch Blon­die zusam­men.1982 erhielt er als bislang jüngs­ter Teil­neh­mer der Docu­menta inter­na­tio­nale Aner­ken­nung.

POWER TO THE PEOPLE. POLITISCHE KUNST JETZT

21. März – 27. Mai 2018

Die Demo­kra­tie scheint in der Krise, die Ära der Post­de­mo­kra­tie bereits ange­bro­chen. Die Symptome dafür sind viel­fäl­tig: popu­lis­ti­sche Führer, Fake News, Rück­fall in auto­kra­ti­sche Struk­tu­ren, tota­li­täre Propa­ganda, Neoli­be­ra­lis­mus. Dennoch ist seit eini­ger Zeit spür­bar, dass sich die Gesell­schaft wieder poli­ti­siert. Und auch die Künst­ler erhe­ben zuneh­mend Einspruch. Sie schaf­fen Werke, die sie als Instru­mente der Kritik verste­hen und die ausdrück­lich poli­tisch moti­viert sind. In einer großen Ausstel­lung bringt die SCHIRN künst­le­ri­sche Posi­tio­nen zusam­men, die sich als Seis­mo­gra­fen des poli­ti­schen Handelns der Gegen­wart lesen lassen. Dabei liegt der Fokus auf grund­sätz­li­chen Fragen und der Ausein­an­der­set­zung mit Phäno­me­nen und Möglich­kei­ten poli­ti­scher Betei­li­gung. In den Arbei­ten werden Haltun­gen infrage gestellt, Formen des Protests abge­bil­det und künst­le­ri­sches Enga­ge­ment ins Visier genom­men. Instal­la­tio­nen, Foto­gra­fien, Videos, Gemälde und Skulp­tu­ren von Phyl­lida Barlow, Andrea Bowers, Julius von Bismarck, Sam Durant, Omer Fast, Adel­ita Husni-Bey, Hiwa K, Ahmet Öğüt, Rirkrit Tira­va­nija oder Foren­sic Archi­tec­ture doku­men­tie­ren das lang­same Auflö­sen demo­kra­ti­scher Errun­gen­schaf­ten ebenso wie den Druck der neuen Massen­be­we­gun­gen. Sie analy­sie­ren Herr­schafts­dis­kurse, bieten nonkon­for­mis­ti­sche Einwürfe, entwi­ckeln Stra­te­gien des Wider­spruchs oder geben die einfalls­rei­chen Wege der neuen Protest­kul­tur wieder.


Städel Museum

www.staedelmuseum.de

Rubens
Kraft der Verwandlung

bis 21. Mai 2018

Das Städel Museum widmet dem weltbekannten Künstler Peter Paul Rubens (1577–1640) die umfassende Sonderausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung“. Anhand von etwa 100 Arbeiten – darunter 31 Gemälde und 23 Zeichnungen von Rubens – arbeitet die Schau einen bisher wenig beachteten Aspekt im Schaffensprozess des Meisters heraus: Sie zeigt, wie tief Rubens in den Dialog mit Kunstwerken berühmter Vorgänger und Zeitgenossen eintrat und wie dies sein fünfzigjähriges Schaffen prägte. In Rubens’ umfangreichem Œuvre spiegeln sich die Einflüsse antiker Skulptur ebenso wider wie jene späterer Kunst aus Italien und nördlich der Alpen, von den Meistern des ausgehenden 15. Jahrhunderts bis zu seinen Zeitgenossen. Seine Bezugnahme auf Werke von Künstlern unterschiedlicher Epochen ist häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar – in der aufwendig inszenierten Ausstellung kann der Besucher die zuweilen überraschenden Korrelationen nun im Detail nachvollziehen. Die Gattungsgrenzen überschreitende Schau vereint Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Werke der angewandten Kunst. Neben Originalskulpturen von der Antike bis zur Renaissance werden auch Gemälde und Grafiken von Rubens’ Vorläufern und Zeitgenossen zu sehen sein, darunter Schlüsselwerke von Tizian und Tintoretto, von Goltzius, Rottenhammer und Elsheimer sowie von Giambologna, Van Tetrode und Van der Schardt.

Manuel Franke
Colermaster F, 2018

25. April bis 29. Juli 2018

Im Rahmen der Reihe „Im Städel Garten“ entwickelt Manuel Franke (* 1964) ein monumentales Objekt, das – halb Skulptur, halb Malerei – ab Frühsommer 2018 den Garten des Städel Museums über den Gartenhallen in eine raumgreifende und körperlich erfahrbare Installation verwandeln wird. Die Arbeit „Colormaster F“ nimmt es mit dem auf drei Seiten von Gebäuden begrenzten Garten in seiner Ganzheit auf und setzt ihm eine Rampe aus Wellblech in leuchtenden Farben entgegen. Den Blick von der Straße auf den grünen Rasenhügel bewusst störend und sich dem im Garten verweilenden Besucher als massives, unüberwindliches Hindernis in den Weg stellend, macht Manuel Frankes Objekt den Städel Garten in ganz neuer Weise erfahrbar. „Colormaster F“ verändert nicht nur den Garten in seiner räumlichen Konstellation, sondern schafft auch einen weiteren, zusätzlichen Raum innerhalb des Gartens, der gleichermaßen offen wie abgeschlossen ist. Das Rasengeviert und der Hügel sind somit zumindest temporär von vier Seiten umschlossen.

Auerbach und Freud

16. Mai bis 12. August 2018

Frank Auerbach (*1931) und Lucian Freud (1922–2011) verbindet nicht nur ein ähnliches Schicksal: Beide wurden in Berlin geboren und noch im Kindesalter vor den Nationalsozialisten in England in Sicherheit gebracht. Sie teilten eine tiefe Freundschaft und veränderten mit ihrer figurativen Malerei die Sprache der modernen Kunst. Mit größter Intensität und Beharrlichkeit wandten sie sich über Jahrzehnte den immer gleichen Motiven zu, meist stellten sie Menschen aus ihrem engeren Umfeld dar. Der inhaltlichen Beschränkung liegt die Suche nach künstlerischem Erkenntnisgewinn zugrunde. Unerbittlich wird im Prozess des Schaffens um Wahrheit gerungen.

Ursula Schulz-Dornburg

4. Juli bis 16. September 2018

Ursula Schulz-Dornburgs (*1938) Interesse gilt seit den frühen 1970er-Jahren Grenzlandschaften, Transitorten und Relikten überlebter Kulturen. Sie fotografiert Kult- und Kulturstätten in Europa, Asien und dem Nahen Osten, vor allem aber die sichtbaren und unsichtbaren Grenzen dieser Kontinente und Regionen. Die dort aufgenommenen vielteiligen Fotoserien, zumeist in Schwarz-Weiß, sind Zeugnisse verschwundener Landschaften, vergangener politischer Systeme, sich im Auflösen befindlicher Kulturkreise und verschwindender Gesellschaften. Mit ethnologischer Neugierde und archäologischem Auge geben ihre Aufnahmen im Grenzbereich von Dokumentarismus und politischer Fotografie, von Konzeptkunst und aufklärerischem Ansatz den Blick frei auf die unscharfen Ränder und Schnittstellen unserer Gegenwart zwischen globalisiertem Alltag und seinen blinden Flecken.

Lotte Laserstein

19. September 2018 bis 13. Januar 2019

Durch sensibel gestaltete Porträts ihrer Zeitgenossen machte sich die Berliner Malerin Lotte Laserstein (1898–1993) in den späten Jahren der Weimarer Republik einen Namen. Erfolgreich beteiligte sie sich an zahlreichen Ausstellungen und Wettbewerben. Ihre Kritiker fanden hymnische Worte für sie, bezeichneten sie als „leidenschaftliche Malernatur“ und bestätigten ihr „ein Können von beachtlichem Ausmaß“. Nach der frühen Anerkennung endete ihre Karriere jedoch schlagartig: Die politischen Bedingungen im Nationalsozialismus schlossen die Malerin mit jüdischem Hintergrund zunehmend aus dem öffentlichen Kulturbetrieb aus. 1937 musste sie Deutschland verlassen. Abgeschnitten von der internationalen Kunstszene geriet ihr Werk weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung. Heute gehört Lasersteins Œuvre zu den großen Wiederentdeckungen der letzten Jahre.


Hinter dem Pergament die Welt
Der Frankfurter Kaufmann Peter Ugelheimer und die Kunst der Buchmalerei im Venedig der Renaissance

9. März bis 10. Juni 2018

Der Frankfurter Kaufmann Peter Ugelheimer (um 1445–1488) brachte als Verleger, Händler und Sammler den Buchdruck in Venedig zur Blüte. Sein Geschäftspartner war Nicolas Jenson, einer der fähigsten Drucker seiner Zeit und Entwerfer noch heute verwendeter Schriften. Die besten Buchmaler Oberitaliens schmückten die Bücher für Ugelheimers Sammlung mit exquisiten Miniaturen. Ugelheimers Bände gehören heute zu den am besten gehüteten Schätzen von Bibliotheken in aller Welt.

Ugelheimer erfand sich unter den Vorzeichen seiner von tiefgreifenden Veränderungen und scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten geprägten Zeit neu: Den Beruf des Verlegers gab es vorher nicht. Er tauschte das enge, spätmittelalterliche Frankfurt gegen das von der Renaissance geprägte Venedig und gewann dort hohes gesellschaftliches Prestige. Vieles an Ugelheimers Biographie erinnert an Phänomene der Gegenwart: Die Erfindung und ungeheuer schnelle Verbreitung des Buchdrucks als alles verändernde, mit risikoreichen Investitionen verbundene Technologie, die internationalen Handelsbeziehungen und der interkulturelle Austausch, das Entstehen neuer Eliten, die Passion für Luxusgüter, für Kunst.


Weltkulturen Museum

www.weltkulturenmuseum.de

Entre Terra e Mar. Zwischen Erde und Meer. Transatlantische Kunst
Eine Ausstellung mit den Künstlern Ayrson Heráclito (Salvador da Bahia, Brasilien) und Rigo 23 (Madeira, Portugal und Los Angeles, USA)

12. Oktober 2017 bis 26. August 2018

Das Weltkulturen Museum präsentiert zeitgenössische politisch-poetische Interventionen und Werke der international bekannten Künstler Ayrson Heráclito und Rigo 23.
Die Ausstellung bildet einen Höhepunkt in der langjährigen Beschäftigung des Museums mit afrobrasilianischen und indigenen Aspekten in Kunst und Kultur Brasiliens und setzt neue Impulse hinsichtlich der aktuellen Wahrnehmung transatlantischer Kunstprozesse zwischen Afrika, Europa und Amerika. Hierzu gehört besonders die Begegnung der Künstler mit Sammlungsobjekten aus Südamerika und Afrika. Ihre Objektauswahl spiegelt eigene Sichtweisen und Schwerpunkte wider und ist in der Ausstellung zu sehen.


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