Neue Veröffentlichungen

Vom Wort zur Kunst. Künstlerzeugnisse vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart Hrsg. Helen Barr, Dirk Hildebrandt, Ulrike Kern und Rebecca Müller
Für die kunsthistorische Forschung liefern Textquellen wichtige Indizien zur Erschließung von Artefakten und ihren Entstehungskontexten. Aussagen der Künstler*innen gelten dabei traditionell als hochgradig authentisch: Wer sollte ihr Werk besser kennen und erklären können als sie selbst? Der Band stellt neue Forschungsansätze zum Sprechen und Schreiben von Künstlern vor und trägt damit zu der aktuellen Diskussion über Künstlerimages, Künstlerrollen und die Reflexion künstlerischer Produktion bei. Mit dem einleitenden Abriss über Textgattungen und Genres, in denen Künstler*innen seit dem Frühmittelalter gesprochen und geschrieben haben, liegt erstmalig ein chronologischer Überblick von Künstlerselbstaussagen vor.

Die Publikation ist aus der Ringvorlesung „Der Künstler spricht“ am Kunstgeschichtlichen Institut Frankfurt im Sommersemester 2017 hervorgegangen.

Mit Beiträgen von
Helen Barr, Johannes Endres, Johanna Függer-Vagts, Heidi C. Gearhart, Dirk Hildebrandt, Henry Keazor, Antje Krause-Wahl, Christine Ott, Bruno Reudenbach, Berit Wagner, Iris Wien und Andreas Zeising

332 S. m. 65 überw. farb. Abb.
ISBN 978-3-942819-52-4
EDITION IMORDE




Löwe, Wölfin, Greif. Monumentale Tierbronzen im Mittelalter Herausgegeben von Joanna Olchawa
Der 'Markuslöwe' in Venedig, die 'Kapitolinische Wölfin' in Rom oder der 'Greif' auf der Kaiserpfalz in Goslar: Monumentale Tierbronzen dominierten viele mittelalterliche Städte und Paläste. Ob aus der Antike übernommen, überarbeitet und teils verändert oder neu gegossen, stellen sie aufgrund ihrer Größe, Platzierung und meist offen gehaltenen Bedeutungen bis heute ideale Identifikationsfiguren für einzelne Individuen oder soziale Gruppen dar. Der Band nimmt ausgewählte Bronzen südlich und nördlich der Alpen, ihre Geschichten und Rezeptionsweisen erstmals vergleichend und interdisziplinär in den Blick.
 
De Gruyter 2020
ISBN: 978-3-11-061516-6

Modellfall Gehry Markus Dauss
Im Zeitalter digitaler Entwurfsverfahren ist die Grenze zwischen Modell und ausgeführtem Gebäude fließend geworden. Der Beitrag entfaltet Dimensionen dieses Zusammenhanges nicht nur aus einer entwurfstheoretischen, sondern auch einer sozialen wie aufmerksamkeitsökonomischen Perspektive. Im Zentrum steht die Figur des 'global architect' Frank O. Gehry.

Erschienen in: Kunstgeschichte.  Open Peer Reviewed Journal, 2020 (urn:nbn:de:bvb:355-kuge-570-5)

https://www.kunstgeschichte-ejournal.net/570/

Aquamanilien
Genese, Verbreitung und Bedeutung in islamischen und christlichen Zeremonien
Joanna Olchawa
Löwen, Drachen oder gar Frauen zu Pferde – figürliche Gießgefäße für den Handwaschungsritus, die mit dem modernen Begriff als ‚Aquamanilien‘ bezeichnet werden, erfreuen sich seit mehreren Jahren großer öffentlicher Aufmerksamkeit. Bewundert werden sie aufgrund ihres goldglänzenden Materials Bronze, der technisch anspruchsvollen Herstellung in einem Stück sowie ihrer ungewöhnlichen Formen. Umso mehr erstaunt ihre Vernachlässigung seitens der kunst- und kulturhistorischen Forschung.
Joanna Olchawa legt mit ihrer Dissertation eine Grundlagenforschung zu den Aquamanilien vor. Der reich bebilderte Katalog mit Handbuchcharakter umfasst detaillierte Studien zu 167 Objekten nicht nur aus Westmitteleuropa und Ungarn (12.­–13. Jahrhundert), sondern erstmals auch zu den Werken aus den islamisch geprägten Regionen im heutigen Iran, in Ägypten und Spanien (6./7.–13. Jahrhundert). Basierend auf dieser Bestandsaufnahme eröffnet die Autorin mit Blick auf die Genese der Gattung in Westmitteleuropa, der Verbreitung des Wissens um die Herstellung und der Bedeutung in den islamischen sowie christlichen Zeremonien neue Perspektiven.

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