8.12.20 Almut Pollmer-Schmidt

Dr. Almut Pollmer-Schmidt, Städel Museum, Frankfurt: Die sieben Leben des Kreuzaltars. Die bewegte Geschichte von Adam Elsheimers Hauptwerk

So, wie wir ihn heute aus dem Städel Museum kennen, bestand der Kreuzaltar wahrscheinlich weniger als ein Jahrhundert. Adam Elsheimers wohl wichtigstes Werk, das die Verherrlichung des Kreuzes mit Tafeln zur Geschichte der Auffindung der Kreuzreliquie durch die Kaisermutter Helena und die Wiederbringung derselben durch den byzantinischen Kaiser Herakleios verbindet, entstand in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts im Auftrag eines spanischen Geistlichen. Das Ensemble wurde bald verkauft, umgerahmt, auseinandergenommen, verschenkt, vererbt, in verschiedene Sammlungskontexte überführt und versteigert, bis die Einzeltafeln im 20. Jahrhundert nach und nach vom Städel Museum durch Tausch und Ankauf erworben werden konnten.

Der Vortrag möchte die komplexe Geschichte des Kreuzaltars mit Stationen in Rom, Florenz, London und schließlich Frankfurt nachzeichnen. Das Augenmerk liegt dabei auf den mit den unterschiedlichen Kontexten verbundenen Handlungs- und Verhandlungsstrategien, die vom „Markt“ kennerschaftlicher Sammler bis zum Kunsthandel in Kriegszeiten reichen.


Suche