26.1.21 Jochen Sander

Prof. Dr. Jochen Sander, Kunstgeschichtliches Institut, Goethe-Universität Frankfurt, und Städel Museum, Frankfurt: Alte Meister auf dem Markt. Verkaufsfördernde Bildmanipulationen des 19. Jahrhundert an Gemälden des Städel Museums

Neben der Zuschreibung spielen Provenienz und Erhaltungszustand insbesondere bei bedeutenden Altmeister-Gemälden, die heute aus Privatbesitz auf den internationalen Kunstmarkt gelangen, eine zentrale Rolle. Das war nicht immer so: Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde der Herkunft von Kunstwerken nur dann größere Aufmerksamkeit geschenkt, wenn dies den Verkaufspreis zu steigern versprach. Demgegenüber sollte das Erscheinungsbild der Gemälde primär den Seherwartungen der Käufer entsprechen, weshalb Verkäufer wie Erwerber (die Museen eingeschlossen) häufig keine Probleme mit verkaufsfördernden Bildmanipulationen hatten.

Die Künstler, die die meist nur partiellen Übermalungen ausführten, gingen dabei gelegentlich so erfolgreich vor, dass ihre die Seherwartungen präzise treffenden Manipulationen teilweise bis heute nicht sofort als solche erkannt werden. In einer Reihe von hochkarätigen Fallstudien aus dem Bestand des Städel Museums soll dieses Phänomen näher beleuchtet werden.


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