17.11.20 Paulus Rainer

Dr. Paulus Rainer, Kunsthistorisches Museum Wien / Kunstkammer: Wertspeicher, Wissensmaschine, Prestigeorgan. Kaiserlich-Habsburgische Sammlungsstrategien am Beispiel der Wiener Kunstkammer

Die Geschichte der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien ist gleichermaßen von Vielschichtigkeit und Konstanz geprägt. Ihre Wurzeln reichen bis auf den mittelalterlichen Familienschatz des Hauses Habsburg zurück; ihr Objektbestand zeugt von kaiserlichem Prunk, verfeinertem Kunstsinn und fortdauernder Sammelleidenschaft des Kaiserhauses. Über die Jahrhunderte hinweg wurde dieser exklusive Bestand der Stellung des Kaiserhauses entsprechend vermehrt, erfuhr aber auch ebenso kontinuierlich Abgänge. Seine Hochblüte erfuhr er in der Spätrenaissance, in der Zeit der Kunst- und Wunderkammern, in der Kunstsammlungen nicht mehr nur Prestigeinstrument oder Wertspeicher waren, sondern ebenso als Wissensgenerator fungierten. Anhand ausgewählter Sammlerpersönlichkeiten von Kaiser Maximilian I. bis hin zu Maria Theresia sollen Einblicke in die Genese der kaiserlichen Kunst- und Schatzkammern wie auch der veränderten Zugänge zum Sammeln innerhalb des Kaiserhauses gegeben werden.


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