Projekte

Violence imagery in late Medieval Germany: Rhetoric and response forms in visual representations of martyrdom and the Passion

Das von der Gerda Henkel Stiftung geförderte Forschungsprojekt ist an den Universitäten Tel Aviv und Frankfurt am Main angesiedelt und beleuchtet in seinen Teilprojekten verschiedene Aspekte mittelalterlicher Darstellungen der Gewalt. Der Ausgangspunkt der Untersuchungen liegt bei Märtyrerzyklen in der spätgotischen Skulptur, die sich durch eine besonders drastische Inszenierung der Gewaltakte auszeichnen.

In jüngerer Zeit ist ein deutliches Interesse der historischen Geisteswissenschaften an Formen und Funktionen mittelalterlicher Gewaltdarstellungen zu verzeichnen. Die Wechselwirkungen von Bildern der Gewalt und „realen“ Gewalterfahrungen sind oft und kontrovers thematisiert worden. Gleichwohl fehlt eine umfassende Untersuchung zu Darstellungen der Gewalt in der mittelalterlichen Kunst, die zum einen gattungsübergreifend die unterschiedlichen Kontexte der Gewaltdarstellungen in den Blick nimmt, zum andern die Bezüge zwischen den Bildern der Gewalt gegen Christus und die Heiligen und profanen Gewaltdarstellungen untersucht. Nicht zuletzt steht eine fundierte Untersuchung der Entwicklungsgeschichte der betreffenden Bildtypen und des spezifischen Form- und Ausdrucksvokabulars aus. Das Projekt erfordert daher, gemessen am derzeitigen Forschungsstand, eine deutliche Erweiterung der Materialgrundlage. Besonderes Interesse gilt den rhetorischen Strategien der Bilder der Gewalt und den potentiellen Reaktionsformen der Betrachter. In diesen Fragen knüpft das Projekt methodisch an die historische Emotionsforschung an. Die starke Betonung der symbolischen Kommunikation hat dazu geführt, Gewaltdarstellungen als positive „Blutkultur“ völlig von der Wirklichkeitserfahrung zu isolieren. Diese radikale Position gilt es zu relativieren. Das Verhältnis von symbolischer Kommunikation, der Ausbildung ästhetischer Ausdrucksformen und der Wirklichkeitserfahrung soll untersucht werden.     


Projektleitung: Prof. Dr. Assaf Pinkus (Tel Aviv), Prof. Dr. Martin Büchsel ( Frankfurt am Main)

Projektmitarbeiter: Dr. des. Gili Shalom (Tel Aviv), Volker Hille M.A. (Frankfurt am Main)


DFG-Projekt: Praktiken der Ähnlichkeitserzeugung in der neueren europäischen Architektur

Mimetische Praktiken und Techniken sind in der Architektur und den Architekturdiskursen allgegenwärtig. Bereits Vitruv, der Verfasser der ältesten überlieferten architekturtheoretischen Abhandlung, erklärte die Entstehung der Architektur weitgehend mimetisch, indem er in der Anwendung numerischer Proportionen in der Baukunst die Spiegelung der schöpferischen Natur sah, die drei Säulenordnungen mit dem Wesen verschiedener Götter zusammenbrachte und in der Monumentalarchitektur die Nachahmung vormonumentaler Bauten erkannte. In der Folge bot der Vitruvianismus des 15. bis 18. Jahrhunderts mimetischen Konzepten breite Entfaltungsmöglichkeiten: von den Herleitungen der „Urhütte“ über die anthropomorphen Architekturdeutungen bis zu vulgarisierenden Ableitungen der Monumental- von der Holzarchitektur durch die „Xylomanen“ (Leo v. Klenze), wobei die Nachahmung der Natur in der Regel über die Aneignung antiker Vorbilder erfolgte

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Abgelaufene Projekte:


Handverlesen. Künstlerbücher und Pressendrucke aus der Sammlung der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg

Aktueller Stand des Projektes

In dem aktuellen Projekt „Das Kunstwerk zwischen zwei Buchdeckeln“ untersuchen Studierende der Kunstgeschichte das weite Feld des sogenannten Künstlerbuches. Ausgangspunkt ist der Bestand der Wm-Signaturen in der Universitätsbibliothek. Am konkreten Gegenstand und dessen medialen wie auch materialen Eigenschaften kann unmittelbar erfahren werden, warum ein bestimmtes Buch mal als Künstlerbuch zu kategorisieren ist, mal nicht. Die Übergänge zu Pressendrucken, Buchobjekten, Künstlerzeitschriften, Originalgrafischen Büchern und anderen von Künstlern und Gestaltern veranlassten Publikationsarten sind fließend, müssen aber dennoch klar benannt werden.

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Forschungsprojekt der DFG: Auf eine Seite – Die Verbindung von Mode und Kunst in Künstler- und Modezeitschriften des 20. Jahrhunderts
Projektleitung: Dr. Antje Krause-Wahl


In den letzten Jahren ist ein gestiegenes Interesse an den zeitgenössischen Crossover-Phänomenen zwischen Mode und bildender Kunst zu verzeichnen. Isabelle Graw sieht in der Mode eine der vorherrschenden gesellschaftlichen Normen und Rahmenvorgaben, von denen sowohl künstlerische Verfahrensweisen als auch Subjektentwürfe geprägt sind. In diesem Zusammenhang hat das Medium Zeitschrift bisher kaum Beachtung gefunden, obwohl gerade hier ein komplexes Zusammenspiel von Mode und Kunst existiert. (Weiter auf der Projektseite)

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Research Project DFG: On Art and Fashion in Artist’s and Fashion Magazines at the 20th century
Dr. Antje Krause-Wahl

Though the cross-over between art and fashion has become a much-discussed issue in the last few years, the role of the magazines (both art and fashion) on whose pages these complex interactions play out is rarely addressed. My research project focuses on avant-garde and fashion magazines from the 1920s to the present day, including Harper’s Bazaar, Vogue, View, Andy Warhol’s Interview, File Megazine, and Purple, focusing in particular on the work of their respective editors (most notably Alexander Liberman, Andy Warhol, and General Idea).

 My research explores the visual strategies that connect fashion and art within these magazines, and develop a framework for considering the role of fashion in the artistic avant-gardes. One objective is to analyze the constructions of identity created by the depiction of fashion and art— and the connections between them—in magazines. A second objective is to open a complex (magazines combine photography, drawing, text and layout) and overlooked medium up for inclusion in the histories of art and fashion.




Forschungsprojekt der Fritz Thyssen Stiftung: Werkgenese im venezianischen Quattrocento. Die Malerwerkstätten der Vivarini.
Projektleitung: Dr. Rebecca Müller


Das Projekt verbindet die naturwissenschaftliche Untersuchung von Gemälden mit einer Auswertung unter genuin kunsthistorischen Fragestellungen. Die Grundlage ist mit einer monographischen Studie zu Giovanni d'Alemagna und den Vivarini - Antonio, Bartolomeo, Alvise - gelegt, die die gemessen am Umfang der Produktion wichtigsten Werkstätten für Altarwerke im venezianischen Quattrocento führten. Dabei wurden zwei Desiderate deutlich, die das Projekt mit einer nicht nur quantitativ, sondern gerade qualitativ erweiterten Materialgrundlage und einem neuen Ansatz aufgreift.

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Historische Emotionsforschung

Die historische Emotionsforschung beschäftigt sich mit Expressionen von Emotionen in der Vergangenheit. Im Kunstgeschichtlichen Institut konzentriert sich die historische Emotionsforschung auf das Verstehen von Emotionsdarstellungen in der mittelalterlichen Kunst. Sie hat sich durch mehrere Projekte qualifiziert, so durch das inzwischen abgeschlossene DFG-Projekt "Fühlen und Erkennen. Kognitive Funktionen der Darstellung von Emotionen in der mittelalterlichen Kunst" und durch das laufende DFG-Projekt "Quasi-Realismus als Rhetorik der Affektdarstellung. Studien zum bildhauerischen Werk des Niclaus Hagenower".


DFG-Projekt „Mittelalterliche Retabel in Hessen“

Das DFG-Forschungsprojekt „Mittelalterliche Retabel in Hessen“ wurde an den kunsthistorischen Instituten zu Marburg, Osnabrück und Frankfurt am Main unter der Leitung der Professoren Ulrich Schütte und Hubert Locher (Marburg), Klaus Niehr (Osnabrück) und Jochen Sander (Frankfurt a. M.) betreut. Das Forschungsvorhaben widmete sich den reichen Beständen an mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Retabeln, die innerhalb der heutigen Grenzen des Bundeslandes Hessen entstanden sind oder hierher importiert wurden.

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Das Kunstwerk zwischen zwei Buchdeckeln

Im Rahmen von Praxisorientierter Geisteswissenschaft sollen Studierende während ihres Studiums an praxisbezogene Arbeitsfelder ihrer Studieninhalte herangeführt werden und so mit Bereichen konfrontiert werden, die ihnen Möglichkeiten bieten, mit den von ihnen studierten Fächern eine Position innerhalb der Erwerbstätigkeit zu ergreifen.
Ein gleichermaßen naheliegendes wie auch offenes Anwendungsfeld bietet der Bestand an Künstlerbüchern in der Universitätsbibliothek. Die Studierenden arbeiten an den Originalen und entwickeln im unmittelbaren Zugang zu den Künstlerbüchern eine Vorstellung vom Gegenstand Künstlerbuch und der Vielfalt seiner Erscheinungsformen, sie erschließen sich die sozialen wie kulturellen Hintergründe, um sowohl das Genre als solche wie auch jedes Buch in seiner Individualität zu verorten.

Weitere Informationen finden Sie auf den Projektseiten

Projektleitung:
Kunsthistorisches Institut der Goethe-Universität, Frankfurt am Main
PD Dr. Viola Hildebrand-Schat
Mail: Hildebrand-Schat@kunst.uni-frankfurt.de


OKA-Online

Pilotprojekt des Kunstgeschichtlichen Instituts und des Instituts für Afrikanische Sprachwissenschaften zur  Vorbereitung einer umfassenderen digitalen Aufarbeitung des Oswin-Köhler-Archivs. Innerhalb von drei Monaten wurden 317 Zeichnungen digitalisiert und 1.260 Objektfotos erstellt, die nun unter http://oka.uni-frankfurt.de der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.



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