Dr. Hilja Droste

Projekte

Symbol & Ornament. Warburg, Nolde und die Hopi (SoSe 2020), zusammen mit Dr. Markus Lindner (Institut für Ethnologie)

In dem Ausstellungsprojekt sollen sich Studierende der Kunstgeschichte und der Ethnologie am Beispiel der Rezeption von nordamerikanischen Indianern in der Kunst(geschichte) mit der Bedeutung von Symbolen und Ornamenten auseinandersetzen. Die Studierenden beschäftigen sich in vorbereitenden Seminaren forschend und interdisziplinär mit der Thematik. Anschließend präsentieren sie diese in einer Ausstellung. Dabei werden der Kunsthistoriker Aby Warburg, der Expressionist Emil Nolde und die Hopi im Zentrum der multiperspektivischen Betrachtung stehen. Eine historische Kontextualisierung von Objekten und Personen, wie zum Beispiel Warburgs Interpretation des Schlangenrituals, Emil Noldes Katchina-Sammlung, sowie das ethnographische Interesse an den indigenen Kulturen Nordamerikas, bildet den Rahmen der Lehrkooperation.



Proseminar: 2000 Jahre Kunst und Kultur – Neue Wege der musealen Vermittlung im Hessisches Landesmuseum Darmstadt (SoSe 2019), zusammen mit Dr. Lutz Fichtner (HLMD) und Dr. Thomas Foerster (HLMD)

Die Sammlungen des Hessischen Landesmuseums Darmstadt (HLMD) gehen auf Großherzog Ludewig I. von Hessen-Darmstadt (reg. 1790 bis 1830) zurück. Er baute die Universalsammlung in seinem Residenzschloss „zur Beförderung wahrer Aufklärung und Verbreitung nützlicher Kenntnisse“ in ihrer Vielfalt auf und öffnete sie ab 1815 dem Publikum. Ab 1906 vereinigte der von dem Darmstädter Architekten Alfred Messel errichtete heutige Museumsbau die verschiedenen Bestände, sodass das HLMD bis in die Gegenwart zu den wenigen Museen in Deutschland und in Europa zählt, die mit einem enzyklopädischen Profil noch mehrere Fachdisziplinen unter einem Dach versammeln. Das Museum verfügt über Sammlungen in den Bereichen Ur- und Frühgeschichte, ägyptische, griechische und römische Archäologie, mittelalterliche Goldschmiede- und Elfenbeinarbeiten und Altargemälde, Glasmalerei vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert sowie Malerei, Plastik, Kunstgewerbe von der Renaissance bis zur Gegenwart. Der Werkkomplex Joseph Beuys gehört ebenso zur Sammlung, wie ein mathematisch-physikalisches Kabinett, historische Musikinstrumente, eine umfangreiche Graphische Sammlung sowie eine naturgeschichtliche Abteilung mit den Schwerpunkten Zoologie, Mineralogie, Geologie-Paläontologie einschließlich der Fossilien der Grube Messel.

Im Rahmen des Proseminars werden die Studierende in mehreren Kleingruppen ein Konzept für eine 60-90 minütige Museumsführung im HLMD bearbeiten und es am Ende des Semesters präsentieren. Der Ausgangspunkt sind die Exponate aus den verschiedenen Abteilungen des Museums, die die Teilnehmer des Proseminars für die Führung mit einem thematischen Rahmen aussuchen können. Zu den ausgewählten Objekten verfassen sie Kurztexte, wodurch das professionelle Schreiben geübt wird. Die von Studierenden konzipierte Führung durch das Museum soll das breite Spektrum der umfangreichen Sammlung präsentieren und damit ungewöhnliche und überraschende Blicke auf die Bestände des HLMD ermöglichen. In der Planung muss berücksichtigt werden, dass die Themenführung auch im digitalen Medium, durch den Einsatz von Tablets, zum Einsatz kommen soll. So können die Besucher multimedial angesprochen und auch schwierigere wissenschaftliche Inhalte unterhaltsam vermitteln werden. Die Aufgabe für die Studierende ist es, die Objekte gemäß dem gewählten Thema kreativ in einem neuen Zusammenhang darzustellen. Dieser Themenrundgang / Museumsführung bildet im Kleinen das Konzept für eine mögliche kuratorische Praxis und bietet die Möglichkeit neue museumsdidaktische Zugänge für die Vermittlung kennenzulernen und anzuwenden.



Das mittelalterliche Frankfurt – interaktiv: Ein interdisziplinäres Service-Learning-Projekt der Fächer Kunstgeschichte und Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt (WS 2017/18)

zusammen mit Dr. Gabriele Annas (FB 08: Historisches Seminar / Deutsche Reichstagsakten, Ältere Reihe) und Dr. des. Peter Gorzolla (FB 08: Historisches Seminar).

Jenseits des bereits seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts anhaltenden öffentlichkeits-wirksamen Mittelalterbooms konkretisieren sich in der Beschäftigung mit dem „fernen Spiegel“ Mittelalter die materiellen und historischen Wurzeln europäischer Gesellschaften, die als gelebtes Erbe bis in die Gegenwart hineinreichen. Die Gegenwärtigkeit des Vergangenen vor dem Objekt der überbauten Stadt auch für eine breitere Öffentlichkeit – im Rahmen eines Service-Learning-Projekts – sichtbar zu machen, war das Thema der interdisziplinären Lehrveranstaltung, die im Wintersemester 2017/18 an der Goethe-Universität Frankfurt/Main unter dem Titel „Das mittelalterliche Frankfurt – interaktiv“ abgehalten wurde. Gemeinsam mit Studierenden der Kunstgeschichte und Geschichte und in Kooperation mit vier städtischen Institutionen (Historisches Museum Frankfurt, Institut für die Stadtgeschichte, Jüdisches Museum und Städel-Museum) wurden dabei insgesamt sieben interaktive Stadtrundgänge zur Geschichte, Kunst und Kultur des mittelalterlichen Frankfurt für ein (kunst-)historisch interessiertes Publikum entwickelt.

Als digitale Grundlage wurde eine allgemein verbreitete, leicht zu bedienende und für den Nutzer kostenlose Mobilfon-App (Actionbound) verwendet, die als Einzel- oder Gruppenbound durchgeführt werden kann. Durch die vielfältigen medialen Möglichkeiten dieser interaktiven Bounds – Texte, Abbildungen, Audio- und Videodateien – können in Verbindung mit spielerischen Elementen auch komplexe Sachverhalte anschaulich und wissenschaftlich fundiert vermittelt werden. Ausgerichtet auf spezifische Zielgruppen wurden von den Studierenden „klassische“ Stadtrundgänge ebenso konzeptualisiert wie personalisierte (auch mundartliche) Führungen durch fiktionale oder historische Persönlichkeiten, Messe und Handel ebenso thematisiert wie Prostitution, die Geschichte eines Kunstobjekts und seines Auftragsgebers sowie das jüdische Leben im mittelalterlichen Frankfurt.

Das Projekt wurde von der Benvenuto Cellini-Gesellschaft e.V. und historiae faveo gefördert.


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