Dr. des. Joanna Olchawa

Dr. des Joanna Olchawa

E-Mail olchawa@kunst.uni-frankfurt.de

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Telefon (069) 798–23464

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in der vorlesungsfreien Zeit:
Mi, 01.04.2020, 14-16 Uhr
Mo, 06.04.2020, 14-16 Uhr

Aktuell

Call for Papers: 
Requisiten - Die Inszenierung von Objekten auf der ‚Bühne der Kunst‘ / Props – Staging Objects on the ‘Stage of Art’

Organisation: Joanna Olchawa und Julia Saviello (Kunstgeschichtliches Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main), 9./10.10.2020, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Deadline: 29.02.2020

Nicht jeder Gegenstand, der auf einer Bühne zum Einsatz kommt, ist ein Requisit. Andrew Sofer fasst in seiner vielbeachteten Studie ‚The Stage Life of Props‘ von 2003 unter diesem Begriff nur eigenständige, materielle und unbelebte Objekte, die von einer Schauspielerin oder einem Schauspieler im Laufe einer Vorstellung sichtbar manipuliert werden. In dieser engeren Definition des Requisitenbegriffs kommt dem Moment der Bewegung eine zentrale Bedeutung zu: An sich nicht mit Bewegungspotential ausgestattet, werden Objekte zu Requisiten, sobald sie in absichts- und bedeutungsvolle, repräsentative Handlungen eingebunden werden. Damit gerät nicht nur die konkrete Beschaffenheit der Requisiten in den Blick, sondern auch und vor allem ihre Handhabung durch menschliche Akteure, die wiederum durch die mit den Objekten verbundenen Konnotationen ebenso wie durch ihre spezifische Konstruktion (funktionsfähig oder von eingeschränktem Funktionswert) mitbestimmt wird.

Die Tagung widmet sich den Requisiten, die auf den vielfältigen ‚Bühnen‘ der bildenden Kunst vom Mittelalter bis in die Gegenwart verwendet wurden. Nicht erst im Theater, sondern bereits in der christlichen Liturgie, bei militärischen Triumphzügen und im höfischen Zeremoniell, um nur einige Beispiele zu nennen, wurden Objekte auf unterschiedlichste Weise in Szene gesetzt und semantisch aufgeladen. Spätestens seit Leon Battista Albertis Umschreibung des Bildes als Fenster oder Ausblick auf eine ‚historia‘, d. h. auf eine Handlung mit mehreren Figuren in unterschiedlichen Haltungen und Bewegungen, durch die der Bildraum einer Bühne anglichen wird, zeigt sich aber auch eine Parallelität zwischen bildlichen Darstellungen und Abläufen im Theater. Daher scheint eine Weitung des Blicks vom realen zum fiktiven Raum angebracht, in dem signifikante Objekte ebenfalls zu herausgehobenen Requisiten werden können. 

Im Fokus theaterwissenschaftlicher Studien standen bisher vorgefundene Objekte wie Ringe, Totenschädel und Fächer oder eigens für eine Theaterinszenierung angefertigte Artefakte wie Masken, Gläser aus Zucker oder Messer mit versenkbaren Klingen. Neben solchen Objekten, die teils bereits Gegenstand kunsthistorischer Studien sind, können während der Tagung auch ‚Requisiten‘ aus den genannten Kontexten, aus privaten Sammlungen oder Künstlerateliers sowie aus vergleichbaren Zusammenhängen diskutiert werden. Über die Inszenierung solcher Objekte im realen wie im fiktiven Raum hinaus sollen auch die Orte ihrer Aufbewahrung und Präsentation Berücksichtigung finden (Rüst-, Wunder- und Requisitenkammern). Ebenfalls thematisiert werden können die methodischen Zugänge zur Erforschung von Requisiten in ihrer Relevanz für die Kunstgeschichte bzw. eine kunsthistorische Objektwissenschaft, etwa die Affordanztheorie und die Akteur-Netzwerk-Theorie, die beide von der spezifischen Beschaffenheit der Objekte ausgehen, oder auch gendertheoretische und transkulturelle Ansätze, aus denen neue Impulse für die Erforschung der vielschichtigen Interaktion von Mensch und Objekt hervorgegangen sind.

Wir freuen uns über Ihre Vorschläge in deutscher oder englischer Sprache. Bitte schicken Sie ein Abstract von ca. 300 Wörtern und eine Kurzbiografie bis zum 29. Februar 2020 an olchawa@kunst.uni-frankfurt.de und saviello@kunst.uni-frankfurt.de. Eine Rückmeldung unsererseits erhalten Sie bis zum 15. März 2020.

Die Tagung findet am 9. und 10. Oktober 2020 statt. Reise- und Übernachtungskosten werden dank der großzügigen Unterstützung seitens der „FONTE Stiftung zur Förderung des geisteswissenschaftlichen Nachwuchses“ übernommen. Eine Veröffentlichung der Tagungsbeiträge in einem Sammelband ist geplant. 

Weitere Informationen: staging-objects.com

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Forschungsschwerpunkte
 
  • Kunst des Mittelalters, insbesondere in Ostmitteleuropa
  • Kunsthistorische Objektwissenschaft
  • Kunsthistorische Perspektiven innerhalb der Sound Studies
  • Bronzeobjekte des Mittelalters
  • Kanzeln um 1500

Akademischer Werdegang
 

  • Seit August 2018 Wissenschaftliche Assistentin am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität (Professur für Kunstgeschichte des Mittelalters)
  • Seit Juni 2018 Mitglied des DFG-Netzwerkes „Zwischen Präsenz und Evokation. Fingierte Materialien und Techniken im frühen und hohen Mittelalter“ mit einem Projekt zu Bernstein
  • März – Juli 2018 Postdoktorandin in der ENB-Nachwuchsforschergruppe „Vormoderne Objekte. Eine Archäologie der Erfahrung“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • November 2016 – September 2018 Teilnahme am Mentoring-Programm für Postdoktorandinnen und Juniorprofessorinnen der Universität Osnabrück, Mentorin: Prof. Dr. Michaela Marek, Humboldt-Universität zu Berlin
  • Mai 2015 – Mai 2018 Postdoktorandin im BMBF-Projekt „Innovation und Tradition. Objekte und Eliten in Hildesheim, 1130‒1250“ an der Universität Osnabrück
  • Januar 2014 Disputation der Doktorarbeit „Toreutische Aquamanilien. Ihre Genese, Verbreitung und Bedeutung im 12. und 13. Jahrhundert“ (eingereicht 08/2013), Endnote: Summa cum laude
  • Mai 2013 – Juni 2014 Wissenschaftliches Volontariat am Zentrum für Mittelalterausstellungen am Kulturhistorischen Museum Magdeburg
  • 2012 – 2018 Lehraufträge an der Freien Universität Berlin, der Universität Osnabrück und der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 2012 Mitinitiatorin der „Berliner Arbeitsgruppe Kunstgeschichte des Mittelalters“ (BAKM) und der Doktoranden-Initiative „Warum Mittelalter?“, Berlin
  • 2011 Erwerb des Berliner Zertifikats für Hochschullehre I, Berliner Zentrum für Hochschullehre, Technische Universität Berlin
  • Oktober 2009 – August 2013 Promotionsstudium im Studiengang „History and Cultural Studies“ der Dahlem Research School, Freie Universität Berlin
  • Oktober 2002 – Mai 2009 Studium der Kunstgeschichte, Religionswissenschaft, Klassischen Archäologie und Klassischen Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin und der Universität zu Köln
     

Auszeichnungen

  • Dezember 2015 Auszeichnung der Dissertation mit dem „Ernst-Reuter-Preis 2015“ der Freien Universität Berlin
  • November 2014 Auszeichnung der Dissertation mit dem Forschungspreis „Angewandte Kunst 2014“ des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, München
     

Stipendien und Förderungen

  • 2020 Gefördert von der FONTE Stiftung zur Förderung des geisteswissenschaftlichen Nachwuchses: Tagung "Requisiten - Die Inszenierung der Objekte auf der 'Bühne der Kunst'
  • 2019/2020 Gefördert vom Postdoc Förderprogramm Fokus A|B der Goethe-Universität: Projekt "Audiovisualität um 1500. Prachtkanzeln in Europa" 
  • 2019/2020 Gefördert von der Max Weber Stiftung: Gerald D. Feldman Reisebehilfe für Forschungsaufenthalte am DHI Warschau und DFK Paris
  • 2019 Gefördert von der Vereinigung von Freunden und Förderern der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main e.V.: Studierenden-Exkursion nach Prag und Karlštejn im Rahmen des Proseminars "Prag und Karlštejn unter Karl IV." im SoSe 2019
  • 2019 Gefördert von der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Internationalisierungsmittel): Tagungsreise nach Toronto, Kanada
  • 2018 Gefördert vom DAAD: Kongressreise zum „53rd International Congress on Medieval Studies“, Kalamazoo, Michigan, USA
  • 2017 – 2019 Gefördert von der FONTE Stiftung zur Förderung des geisteswissenschaftlichen Nachwuchses, der Geschwister Boehringer Ingelheim Stiftung für Geisteswissenschaften, der Böckler-Mare-Balticum Stiftung und dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität: Druckkostenzuschüsse für die Veröffentlichung der Dissertation
  • 2017 Gefördert vom Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION: Reise- und Teilnahmestipendium für den „IV. Kongress Polenforschung“, Frankfurt/Oder
  • 2016 Gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung: Forschungs-Expedition durch Sibirien (Kazan, Tjumen, Tobolsk, Omsk, Novosibirsk, Tomsk, Krasnojarsk und Irkutsk) zum Thema: „Europäische Objekte des Hochmittelalters in Sibirien. Kunst-, kultur- und wirtschaftshistorische Perspektiven“
  • 2016 Gefördert von der Max Weber Stiftung: Habilitationsstipendium am Deutschen Historischen Institut Moskau zum Thema: „Europäische Objekte des Hochmittelalters aus Sibirien. Kunst-, kultur- und rezeptionshistorische Perspektiven“
  • 2015 Gefördert vom Herder Institut für historische Ostmitteleuropaforschung: Teilnahmestipendium an der Sommerakademie „Transformation Europas im Spätmittelalter. Herrschaft, Stände, Kirche und geistige Kultur Ostmitteleuropas vor dem Hintergrund von gesamteuropäischen Prozessen von Austausch, Transfer und Adaption“, Marburg
  • 2015 Gefördert vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte: Forschungsstipendium zum Thema: „Hildesheimer Bronzen im 12. und 13. Jahrhundert“
  • 2012 Nachwuchsstipendium des Kunsthistorikerkongresses CIHA (Comité international d’histoire de l’art), Nürnberg
  • 2010 – 2012 Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin für das Dissertationsthema „Toreutische Aquamanilien“
     

Tagungen und Studientage, Vortragsreihen und Sektionen

  • Oktober 2019 – Februar 2020 Mitorganisation der Ringvorlesung:
    "(Un)Sichtbare Städte. Vergegenwärtigung der mittelalterlichen Stadt im 20. und 21. Jahrhundert" (gemeinsam mit Prof. Dr. Kristin Böse)
  • September 2019 Konzeption und Realisierung der Doppelsektion "Rhein und Maas. Art and Culture across Rivers and Regions" auf dem V. Forum Kunst des Mittelalters, Bern (gemeinsam mit Shirin Fozi/Pittsburgh)
  • Juli 2019 Moderation der Sektion "Verdinglichungsstrategien" auf der Tagung "Objekte & Organismen. Verlebendigung, Verdinglichung, Verwandlung" am Museum Mensch und Natur, Schloss Nymphenburg und Institut für Kunstgeschichte der LMU, München
  • Mai 2018 Moderation einer Sektion und Beteiligung an der Organisation des Workshops „L’histoire de l’art et les objets“ am Deutschen Forum für Kunstgeschichte, Paris
  • September 2017 Konzeption und Realisierung der Sektion „Objekte und Eliten. Die Träger kultureller Verflechtungsprozesse in Zentren des 12. und 13. Jahrhunderts“ auf dem IV. Forum Kunst des Mittelalters, Berlin und Brandenburg (gemeinsam mit Harald Wolter-von dem Knesebeck/Bonn)
  • Februar 2017 Konzeption und Realisierung der Tagung „Löwe, Greif und Wolf. Monumentale Tierbronzen des Mittelalters“, Centro Tedesco di Studi Veneziani, Venedig (gemeinsam mit Romedio Schmitz-Esser/Graz und Jan Keupp/Münster)
  • Juni 2016 Konzeption der Tagung „Drachenlandung. Ein neu erworbenes Aquamanile des 12. Jahrhunderts im Dommuseum Hildesheim“, im Rahmen des BMBF-Projektes, Dommuseum Hildesheim (gemeinsam mit Gerhard Lutz/Hildesheim)
  • März 2016 Moderation einer Sektion auf der Tagung "Typical Venice? Venetian Commodities, 13th-16th Centuries", Centro Tedesco di Studi Veneziani, Venedig
  • Juni 2014 Beteiligung an Konzeption und Realisierung der Tagung „Dome – Gräber – Grabungen. Winchester und Magdeburg. Zwei Kulturlandschaften des 10. Jahrhunderts im Vergleich“ des Zentrums für Mittelalterausstellungen am Kulturhistorischen Museum Magdeburg (gemeinsam mit Stephan Freund, Gabriele Köster und Christina Link/Magdeburg)
  • Februar 2014 Konzeption und Realisierung des Studientages des „Berliner Arbeitskreises Kunstgeschichte des Mittelalters“ zum Jahresthema ‚Ornament‘ mit dem Titel „Zur Vielfalt des Ornaments im Mittelalter“ am Kulturforum Berlin (gemeinsam mit Henrike Haug und Joris C. Heyder/Berlin)
  • April –  Juli 2012 Konzeption und Realisierung der zwölfteiligen Veranstaltungs-reihe „Warum Mittelalter?“ am Kunsthistorischen Institut, Freie Universität Berlin (gemeinsam mit Joris C. Heyder, Johannes Knecht und Christine Seidel/Berlin)
  • April 2012 Konzeption und Realisierung der Podiumsdiskussion „‘Warum Mittelalter?‘ Zur Zukunft der mediävistischen Forschung in Berlin“ mit Christian Freigang, Eberhard König, Peter Knüvener, Klaus Krüger und Robert Suckale/Berlin (gemeinsam mit Joris C. Heyder, Johannes Knecht und Christine Seidel/Berlin)
     

Mitgliedschaften
 

  • Deutscher Verein für Kunstwissenschaft e.V.
  • Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.
  • Benvenuto Cellini Gesellschaft e.V.
  • Mediävistenverband e.V.
     
  • DFG-Netzwerk "Zwischen Präsenz und Evokation. Fingierte Materialien und Techniken im frühen und hohen Mittelalter"
  • AHRC-Research Network "Early Modern Soundscapes"
  • Research Network "Critical Transcultural Perspective"
  • Berliner Arbeitskreis Kunstgeschichte des Mittelalters (Gründungsmitglied)
  • Doktoranden-Initiative "Warum Mittelalter?" (Gründungsmitglied)
     
  • Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften (FZHG) der Goethe-Universität Frankfurt
  • "Werkstatt Frühe Neuzeit" des FZHG der Goethe-Universität Frankfurt
  • Goethe Research Academy for Early Career Researchers (GRADE) der Goethe-Universität Frankfurt 

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