Prof. Dr. Jochen Sander

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Forschungs- und Publikationsprojekt: 

Die Porträtsammlungen der Dr. Senckenbergischen Stiftung (Malerei und Druckgrafik)

bearbeitet von Corinna Gannon M.A., Städel-Kooperationsprofessur Prof. Dr. Jochen Sander, gefördert von der Dr. Senckenbergischen Stiftung

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Forschungsprojekt:
Die Porträtsammlung der Frankfurter Patrizierfamilie Holzhausen (Gemälde und Druckgraphik) aus kunst- und kulturhistorischer Sicht


Ausstellungsprojekt:
Die Welt im BILDnis. Porträts, Sammler und Sammlungen in Frankfurt von der Renaissance bis zur Aufklärung, Frankfurt, Museum Giersch der Goethe-Universität, voraussichtlich ab 20.04.2020 (aktuelle Infos zur Laufzeit der Ausstellung unter https://museum-giersch.de/#/Willkommen); in Zusammenarbeit mit der Städel-Kooperationsprofessur und Studierenden am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität


Links: Elias Christoph Heiss und Bernhard Vogel nach Johann Heinrich Roos, Bildnis Johann Georg von Holzhausen (1643-1721), 1721, Kupferstich auf gelber Seide, Frankfurt, UB, Portr. Slg. Holzhausen, 139
Mitte: Elias Christoph Heiss und Bernhard Vogel nach Johann Heinrich Roos, Bildnis Johann Georg von Holzhausen (1643-1721), 1721, Kupferstich auf Papier, Frankfurt, UB, Portr. Slg. Holzhausen, 146
Rechts: Johann Heinrich Roos, Bildnis Johann Georg von Holzhausen (1643-1721), 1721, Öl auf Leinwand, 42,4 x 30,6 cm, Frankfurt, Städel Museum, Inv. Nr. 1711
Links: Elias Christoph Heiss und Bernhard Vogel nach Johann Heinrich Roos, Bildnis Johann Georg von Holzhausen (1643-1721), 1721, Kupferstich auf gelber Seide, Frankfurt, UB, Portr. Slg. Holzhausen, 139
Mitte: Elias Christoph Heiss und Bernhard Vogel nach Johann Heinrich Roos, Bildnis Johann Georg von Holzhausen (1643-1721), 1721, Kupferstich auf Papier, Frankfurt, UB, Portr. Slg. Holzhausen, 146
Rechts: Johann Heinrich Roos, Bildnis Johann Georg von Holzhausen (1643-1721), 1721, Öl auf Leinwand, 42,4 x 30,6 cm, Frankfurt, Städel Museum, Inv. Nr. 1711

Gefördert im Rahmen des Förderfonds Lehre der Goethe-Universität,
durch die Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen und die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung zu Frankfurt am Main.

Ziel des vorliegenden Projekts ist im Rahmen der studierendenzentrierten und kompetenzorientierten Lehre die wissenschaftliche Bearbeitung des Gesamtbestands der 70 Porträtgemälde und 1250 Porträtdruckgraphiken der Frankfurter Patrizierfamilie Holzhausen im Rahmen von 3 aufeinanderfolgenden Hauptseminaren mit Studierenden der Master-Studiengänge Kunstgeschichte und Curatorial Studies am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität. Die dauerhafte Erschließung der Forschungsergebnisse erfolgt durch eine Bilddatenbank, die zum Abschluss des Projekts Anfang 2020 zeitgleich über die Homepages aller beteiligten Institutionen (u. a. Kunstgeschichtliches Institut, Universitätsbibliothek, Städel Museum) zugänglich gemacht werden soll.

Parallel zum Forschungsprojekt wurde, erneut unter Mitarbeit von Studierenden der Master-Studiengänge Kunstgeschichte und Curatorial Studies am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität, die Sonderausstellung „Die Welt im BILDnis. Porträts, Sammler und Sammlungen in Frankfurt von der Renaissance bis zur Aufklärung“ vorbereitet, die voraussichtlich ab dem 21.04.2020 im Museum Giersch der Goethe-Universität gezeigt werden wird (aktuelle Infos zur vorausssichtlichen Laufzeit der Ausstellung unter https://museum-giersch.de/#/Willkommen).

Der Ausstellungskatalog ist im Michael Imhof Verlag, Petersberg, erschienen und kommentiert nicht nur die ausgestellten Werke, sondern enthält auch eine Folge von Essays zu übergeordneten Fragestellungen der Ausstellung und des Forschungsprojekts (Jochen Sander: Einführung – Berit Wagner: Zwischen Weltaneignung, Neugier und Kommerz. Stadtbürgerliche (Kunst-)Sammlungen im 16. Jahrhundert – Charlott Rottmair: Die Familie von Holzhausen im Frankfurter Patriziat. Eine 700jährige Erfolgsgeschichte – Samuel Fickinger: Conrad Faber von Kreuznach, die Familie von Holzhausen und das Renaissanceporträt – Jochen Sander und Michaela Schedl: Der Frankfurter Patrizier und Jurist Heinrich Kellner. Gelehrter, Autor und Kunstsammler – Caroline Schäfer: Frankfurter bürgerliche Sammlungen druckgrafischer Porträts. Klebebände, Titelblätter und Inhalte – Daniel Dudde: Der Frankfurter Stadtsyndikus Johann von Fichard im Bildnis. Zugleich ein Beitrag zur Rekonstruktion des aus Holzhausen-Besitz stammenden Porträt-Albums von Joachim Andreas Sauer – Susanne Olms: Buch – Drucker – Bildnisse. Protagonisten des frühen Frankfurter Buchdrucks – Ana Dumitrescu-Krampol: Zwischen Konformität und Individualität. Die Gelehrten- und Stifterporträts aus der Frankfurter Stadtbibliothek – Leslie P. Zimmermann: Schwarze Kunst für die Frankfurter Elite. Schabkunst-Bildnisse von Christoph Elias Heiss und Bernhard Vogel – Fabian Wolf: Standesbewusst, ambitioniert und à la mode. Johann Hieronymus von Holzhausen und Sophia Magdalena von Günderrode im Spiegel ihrer Gemälde – Corinna Gannon: Von Chirurgen, Hebammen und Alchemisten. Eine Frankfurter Sammlung druckgrafischer Ärzteporträts aus dem späten 18. Jahrhundert – Sophie Buscher und Corinna Gannon: Naturwissenschaftliches Sammeln und sammelndes Forschen. Esther Barbara von Sandrart, Johann Jakob Scheuchzer und Johann Christian Gerning – Corinna Gannon: Die Porträtsammlung der Dr. Senckenbergischen Stiftung. Einblicke in das private Leben Johann Christian Senckenbergs – Claire Mayer und Mirjam Schönfelder: Aus der Ordnung gefallen. Bilder von Verbrechern, sozial Geächteten und Angehörigen des „Prekariats“ – Jochen Sander: Johann Jakob Haids Bildnis des Christian von Münch. Realien im Schabkunstporträt um 1760).
Das Forschungsvorhaben konnte auf diese Weise den teilnehmenden Studierenden nicht nur selbständige Forschungsarbeiten ermöglichen, die teils in Katalogessays, teils in Master-Arbeiten ihren Niederschlag gefunden haben, sondern auch konkrete Erfahrungen bei der Umsetzung von Forschungsergebnissen in eine Ausstellung vermitteln. Die Liste der Leihgeber umfasst folgende Frankfurter Institutionen: Dr. Senckenbergische Stiftung, Freies Deutsches Hochstift/Frankfurter Goethe-Museum, Historisches Museum Frankfurt, Institut für Stadtgeschichte, Sammlung Politische Bildgedächtnisse – Historisches Seminar der Goethe-Universität, Städel Museum und Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg; darüber hinaus werden Leihgaben aus folgenden nationalen und internationalen Museen gezeigt: Amsterdam Museum, Charité Universitätsmedizin Berlin, Centrum für Anatomie, Historisches Museum Hannover, Museumslandschaft Hessen Kassel, Staatliche Graphische Sammlung München, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Stuttgart, Museum Wiesbaden. Hessisches Landesmuseum für Kunst und Kultur, Kunsthaus Zürich.         

Als Adolf Freiherr von Holzhausen 1923 als letzter männlicher Vertreter der älteren Linie seiner Familie starb, endete die Geschichte eines der ältesten und erfolgreichsten Patriziergeschlechter Frankfurts. Im Jahre 1245 erstmals in Frankfurt nachgewiesen, stellten die Holzhausen im Laufe der Geschichte der Freien Reichsstadt über 70 Mal den Bürgermeister und zahlreiche führende Magistratsmitglieder. Selbst beim Tod des letzten Vertreters der Sippe war das Vermögen noch gewaltig: Auf dem von Adolf von Holzhausen kurz vor seinem Tod verkauften Grundbesitz entstand mit dem Holzhausen-Viertel ein ganzer Stadtteil; der Verkaufserlös war eigentlich für den Bau der Frankfurter Universitätsbibliothek bestimmt gewesen, fiel aber noch in den letzten Lebensmonaten des Stifters der Inflation zum Opfer.


Conrad Faber von Kreuznach, Doppelbildnis Justinian von Holzhausen (1502-1553) und seine Frau Anna, geb. Fürstenberg (1510-1573), 1536, Mischtechnik auf Lindenholz, 68,6 x 98,5 cm, Frankfurt, Städel Museum, Inv. Nr. 1729
Conrad Faber von Kreuznach, Doppelbildnis Justinian von Holzhausen (1502-1553) und seine Frau Anna, geb. Fürstenberg (1510-1573), 1536, Mischtechnik auf Lindenholz, 68,6 x 98,5 cm, Frankfurt, Städel Museum, Inv. Nr. 1729

Seinen damals noch vor den Toren der Stadt gelegenen Wohnsitz, das Holzhausen-Schlösschen, vermachte von Holzhausen der Stadt Frankfurt, heute Sitz der Frankfurter Bürgerstiftung. Auch die von seiner Familie über Jahrhunderte zusammengetragene Kunstsammlung und die Bibliothek gingen an die Stadt, die die Bestände, den musealen Gepflogenheiten der Zeit entsprechend, auf die unterschiedlichen Frankfurter Museen und Bibliotheken aufteilte. So kam der kunsthistorisch bedeutendste Teil, die etwa 70 Gemälde umfassende Sammlung vor allem von Familienbildnissen mit Spitzenwerken von Faber von Kreuznach, Cranach d. Ä., verschiedenen Mitgliedern der Tischbein-Familie, Urlaub und Ziesenis, ins Städelsche  Kunstinstitut. Stadtgeschichtlich wichtige Werke kamen ins Historische Museum Frankfurt, das Familienarchiv ins Institut für Stadtgeschichte, der übrige Kunstbesitz ins Museum für Angewandte Kunst. Die Bücher und Druckgraphiken gingen geschlossen an die Frankfurter Universitätsbibliothek, darunter die etwa 1250 Drucke umfassende, bedeutende Sammlung von Porträtgraphiken des 16.-18. Jahrhunderts. Diese zeigen zum einen Frankfurter Persönlichkeiten oder Personen, die zur Entstehungszeit der Werke in enger Beziehung zu Frankfurt gestanden haben. Zum anderen dokumentieren sie das weitgespannte, Generationen übergreifende Interesse der Holzhausen als Vertreter der patrizischen Elite an den politischen, historischen, naturwissenschaftlichen und künstlerischen Diskursen ihrer jeweiligen Zeit.
Jede dieser Holzhausen-Teilsammlungen ist für sich genommen bereits bedeutend und wird daher bereits an ihrem jeweiligen heutigen Standort im Rahmen der Möglichkeiten beforscht und publiziert. So veröffentlichte das Städel Museum 1999 erstmals alle Gemälde mit Holzhausen-Provenienz in seinem Besitz (vgl. Bodo Brinkmann, Jochen Sander, Deutsche Gemälde vor 1800 im Städel [Deutsche Gemälde vor 1800 in bedeutenden Sammlungen. Illustriertes Gesamtverzeichnis, 1], Frankfurt am Main 1999). Auch in den Bänden der wissenschaftlichen Bestandskataloge des Städel Museums sind diese Gemälde zentral vertreten: die vor 1550 entstandenen Werke wurden bereits 2005 publiziert (vgl. Bodo Brinkmann, Stephan Kemperdick, Deutsche Gemälde im Städel 1500-1550 [Kataloge der Gemälde im Städelschen Kunstinstitut Frankfurt am Main, 5], Mainz 2005), die zwischen 1550 und 1800 entstandenen Bildnisse werden aktuell im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Bestandskatalogs der deutschen Barockgemälde bearbeitet (vgl. Almut Pollmer-Schmidt, Deutsche Gemälde im Städel 1550-1800; erscheint voraussichtlich 2019). Überdies zeigte das Städel Museum eine größere Anzahl von Holzhausen-Familienbildnissen 2011-14 in einer längerfristigen Präsentation in der ständigen Altmeister-Sammlung. Das Historische Museum Frankfurt widmete dem Patriziergeschlecht überdies 2014 eine Sonderausstellung (vgl. Die Holzhausen. Frankfurt älteste Familie, bearbeitet von Andreas Hansert, Frankfurt, Historisches Museum Frankfurt, 10.04.-27.07.2014, Frankfurt 2014). Die Digitalisierung des Gesamtbestandes der Porträtgraphiken der Universitätsbibliothek Frankfurt ist im Sommer 2018 abgeschlossen worden. (http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/8990214)

So erfreulich diese vielfältigen Aktivitäten rund um das künstlerische und historische Erbe der Holzhausen in Frankfurt sind – angesichts ihrer Zerstreuung über so viele unterschiedliche Institutionen gilt auch hier, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Erst die gemeinsame Betrachtung, wissenschaftliche Bearbeitung und inhaltliche Vernetzung der einzelnen Sammlungsbestandteile kann das volle Erkenntnispotential der Holzhausen-Sammlung erschließen. Anders als noch vor wenigen Jahren stehen hierfür heute die vielfältigen Angebote der „digitalen Geisteswissenschaften“ zur Verfügung, die zumindest die virtuelle Zusammenführung der zerteilten Sammlungsbestände in Form einer Bilddatenbank mit zahlreichen Recherchemöglichkeiten bieten

In der in Vorbereitung befindlichen Bilddatenbank werden die Gemälde im Städel Museum und die Porträtgraphiken in der Frankfurter Universitätsbibliothek mit den zugehörigen Metadaten zum Künstler (Maler, Entwerfer, Stecher, Drucker), zum Dargestellten (und seinen Bezügen zu den Holzhausen), zur Darstellung (Bildträger, Maße, Technik), zum Funktions-, Präsentations- und Repräsentationskontext der Sammlung usf. zusammengeführt. Als Grundlage steht hierfür das am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität entwickelte Bilddatenbanksystem ConedaKOR zur Verfügung.

Im Rahmen des von der Städel-Kooperationsprofessur am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität gemeinsam mit dem Städel Museum (https://www.staedelmuseum.de/de) und der Universitätsbibliothek Frankfurt (https://www.ub.uni-frankfurt.de/) durchgeführten Forschungsprojekts haben die Partner die bereits vorliegenden Bild- und Metadaten zur Verfügung gestellt und für weitergehende Forschungen den Zugang zu den in ihrem Besitz befindlichen Werken ermöglicht. Darüber hinaus kann sich das Projekt auf eine enge Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt und dem Institut für Stadtgeschichte Frankfurt stützen, ebenso mit der Online-Forschungsplattform zum Frankfurter Patriziat (https://www.frankfurter-patriziat.de/node/26900).


Beendete Projekte


Mittelalterliche Retabel in Hessen


Zusammen mit Prof. Dr. Ulrich Schütte, Prof. Dr. Hubert Locher, Dr. Christian Bracht, Dr. Xenia Stolzenburg, Marburg, Prof. Dr. Klaus Niehr, Osnabrück

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(https://goo.gl/9j0lGh)

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sind auf unterschiedliche Weise publiziert:

  1. Mittelalterliche Retabel in Hessen, Bd. 1: Bildsprache, Bildgestalt, Bildgebrauch, Bd. 2: Werke, Ensembles, Kontexte. Herausgegeben von Ulrich Schütte, Hubert Locher, Klaus Niehr, Jochen Sander und Xenia Stolzenburg, Petersberg 2018
  2. Mittelalterliche Retabel in Hessen (Objektdokumentation) - Ein Forschungsprojekt der Philipps-Universität Marburg, der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität  Osnabrück (Objektdokumentationen zu 230 Werken) (http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/view/collections/c-6.html)
  3. Der Gesamtbestand der mittelalterlichen Retabel in Hessen ist im Bildindex der Kunst & Architektur des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg in digitalen Abbildungen erschlossen unter https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=mittelalterliche%20retabel%20in%20hessen&index=obj-all


Die Goldene Tafel aus Lüneburg. Forschungen zu Technik, Gestalt, Kontext und Bedeutung eines Retabels um 1400


Zusammen mit dem Niedersächsischen Landesmuseum Hannover, den Staatlichen Museen zu Berlin und der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim

Gefördert von der Volkswagen Stiftung
(https://goo.gl/v8RFLl)


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