Prof. Dr. Jochen Sander

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Prof. Dr. Jochen Sander                                                     Wintersemester 2020/21

Hauptseminar: Semantische Bildannotation. Bildinhalte von Kircheninterieurs digital erschließen und kontextualisieren

Online über Zoom, donnerstags, 16:15-17:45 Uhr, ab 05.11.2020 (Einführung)
Anmeldung über OLAT

Kenntnisse in den Digital Humanities spielen in den unterschiedlichen Berufsfeldern der Kunstgeschichte eine immer größere Rolle – umso wichtiger, schon im Studium eine Idee von den vielfältigen Möglichkeiten zu bekommen und das eine oder andere digitale Tool selbst zu erproben. Die Teilnehmer*innen dieses Hauptseminars werden anhand von Kircheninterieurs des 15. bis 18. Jahrhunderts komplexe Bildinhalte nicht nur selbständig digital erschließen und kontextualisieren, sondern anschließend ihre eigene Digital Story entwickeln. 

Unser Anwendungsfall sind Darstellungen von Kircheninnenräumen, die nicht nur unterschiedliche architektonische Formen, sondern auch vielfältige Ausstattungsstücke zeigen, ja vielfach zur Bühne komplexer liturgischer Handlungen werden. Diese vielschichtigen Inhalte und Bedeutungsebenen gilt es zu erschließen, zu entschlüsseln und anschließend in einer Digital Story zu erzählen.


Rogier van der Weyden, Altarretabel mit der Spendung der Sieben Sakramente in einer gotischen Kirche, um 1445-50, Antwerpen, Museum voor Schone Kunsten
Rogier van der Weyden, Altarretabel mit der Spendung der Sieben Sakramente in einer gotischen Kirche, um 1445-50, Antwerpen, Museum voor Schone Kunsten

Die Digital Humanities stellen hierfür die Werkzeuge für eine semantische Bildannotationen bereit, mit denen wir diese Bildinhalte, innerhalb eines Bildes wie auch außerhalb des Bildes, mit Informationen und abstrakten Konzepten verknüpfen können. Dies ist durch die Markierung bzw. Auswahl eines Bildausschnittes und die anschließende Zuweisung von Informationen über diesen Bildausschnitt möglich. Als Hilfsmittel kommt dabei der Computer zum Einsatz, der die semantischen Annotationen verwaltet und in maschinenlesbarer Form speichert. Die Annotationen und die daraus entwickelte Digital Story werden somit Teil eines komplexen Wissensnetzwerks, dass uns vielfältige Einblicke in die komplexe Struktur von Kirchenräumen ermöglicht – und zugleich einen niederschwelligen Einstieg in die Welt der Digital Humanities.

Es werden keine besonderen technischen Vorkenntnisse vorausgesetzt. Das Seminar setzt aber die Bereitschaft voraus, mit Computersoftware zu arbeiten.

Die Teilnehmerzahl ist auf 18 begrenzt.


Johann Ludwig Ernst Morgenstern, Das Innere von St. Leonhard in Frankfurt am Main, 1782, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift – Frankfurter Goethe-Museum
Johann Ludwig Ernst Morgenstern, Das Innere von St. Leonhard in Frankfurt am Main, 1782, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift – Frankfurter Goethe-Museum

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Organisiert von Prof. Dr. Jochen Sander und Dr. Berit Wagner, Kunstgeschichtliches Institut der GU - Wintersemester 2020/21

Ringvorlesung: Kunst am Markt. Künstler – Händler – Sammlungen/Sammler

Dienstags, 18:15-19:45 Uhr, ab 03.11.2020 als Zoom-Meeting (Anmeldung über OLAT)

Die Ringvorlesung „Kunst am Markt“ behandelt die Ausdifferenzierung des europäischen Kunstmarktes vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Denn anders, als die meisten vielleicht zunächst annehmen würden, etablierte sich ein Kunstmarkt im heutigen Sinne nicht erst im Goldenen Zeitalter der niederländischen Kunst, im 17. Jahrhundert also. Stattdessen hatte sich schon im späten Mittelalter parallel zur klassischen Auftragssituation mit Besteller und Abnehmer auch ein europäischer Markt für unterschiedlichste Kunstwerke, die ohne konkreten Auftrag, quasi „auf Vorrat“ anstanden waren, etabliert. Der kommerzielle Kunsthandel mit neuen Betätigungsfeldern, wie dem Händler- und Messegeschäft, trat somit neben die traditionelle enge Beziehung zwischen Künstler und Mäzen beziehungsweise Sammler – wobei natürlich auch diese immer an die Bedingungen des Marktes geknüpft gewesen war. Auftraggebermarkt und Kunsthandel sind demnach schon seit Jahrhunderten zwei, nicht selten sogar eng miteinander verbundene Spielarten des Kunstmarktes.


Von links nach rechts: Konrad Witz, Die Heiligen Katharina und Maria Magdalena, um 1440-45, Detail mit der Auslage eines Kunsthändlers, Straßburg, Musée de l´Oeuvre Notre-Dame; Pieter Codde, Kunstliebhaber im Atelier eines Malers, um 1630, Ausschnitt, Stuttgart, Staatsgalerie; Besucher einer Kunstmesse, New York 2019, Foto.
Von links nach rechts: Konrad Witz, Die Heiligen Katharina und Maria Magdalena, um 1440-45, Detail mit der Auslage eines Kunsthändlers, Straßburg, Musée de l´Oeuvre Notre-Dame; Pieter Codde, Kunstliebhaber im Atelier eines Malers, um 1630, Ausschnitt, Stuttgart, Staatsgalerie; Besucher einer Kunstmesse, New York 2019, Foto.

Die die sich wandelnden, immer komplexen Bedingungen und Auswirkungen des Kunstmarktes auf die bildende Kunst wollen wir in dieser Ringvorlesung vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart verfolgen. An exemplarisch ausgewählten Beispielen von Akteuren, Kunstwerken und spezifischen Phänomenen des Kunstmarktes soll das folgenreiche Wechselspiel von Künstlern, Kunsthändlern und Sammlern ebenso diskutiert werden, wie die Entwicklung von Sammlungen. Die Entwicklung des Kunstmarkts wird somit aus einer europäischen Perspektive betrachtet. Insbesondere innovativen Fragestellungen, Projekten und Themenkomplexen soll die Ringvorlesung ein Forum bieten. Daher sind verschiedene Experten aus Museen, Bibliotheken, Universitäten und Forschungseinrichtungen als Referenten vorgesehen. Dabei richtet sich die Ringvorlesung sowohl an Studierende der Kunstgeschichte als auch an eine interessierte außeruniversitäre Öffentlichkeit.


03.11.2020     Dr. Berit Wagner, Kunstgeschichtliches Institut, Goethe-Universität Frankfurt: Der verführte Liebhaber. Zur Entwicklung des Kunsthandels am Beispiel von Frankfurt am Main

Link zum Vortrag: https://youtu.be/Bu5kFXDWzJY

Bereits im 15. Jahrhundert entwickelte sich in den Kunst- und Handelszentren ein reger Kunsthandel. „Kunstmessen“ fanden als wichtige, das Jahr gliedernde Termine im Rahmen der überregionalen Messen statt. Sehnlich erwarteten Käufer, Händler und gleichfalls Künstler derartige Veranstaltungen. Konkurrierende Akteure brachten hier standardisierte, häufig aber auch innovative Kunstobjekte sprichwörtlich „auf den Markt“. Diese Entwicklung ist unter anderem im Kontext gestiegener Konsumwünsche und verfeinerter Sammelinteressen auf dem Sektor des kontinuierlich wachsenden Luxusgütermarktes zu verstehen. Parallel zur Ausdifferenzierung der Kunstmärkte entstanden im Verlauf des 16. Jahrhunderts unterschiedliche Sammlertypen. Ab 1600 taucht schließlich der Begriff des (Kunst-)Liebhabers auf.

Der Vortrag widmet sich den Strategien des vormodernen Kunsthandels mit einem Augenmerk auf die sogenannte „Kleine Kunstmesse“ und die damit verknüpfte Etablierung bürgerlicher Sammlungen in Frankfurt am Main.

10.11.2020     Dr. des. Friederike Schütt, Städel Museum, Frankfurt: Religiöse Bilder für den Antwerpener Kunstmarkt – Produktions- und Verkaufsstrategien der Maler um 1500

Link zum Vortrag: https://youtu.be/Nu7PdW-ETH8

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kamen zahlreiche Maler nach Antwerpen, um von der Wirtschaftskraft der Hafenmetropole und ihrem florierenden Markt für Luxusgüter zu profitieren. Während die sogenannten Antwerpener Manieristen den Markt mit standardisierten Altarretabeln für den Export belieferten, spezialisierten sich Künstler wie Joos van Cleve auf ein qualitativ hochwertiges Angebot an Madonnenbildern. Um der immensen Nachfrage nach Bildern gerecht zu werden, etablierten sie eine effiziente Arbeitsteilung in ihren Werkstätten, produzierten in Serie und vereinfachten die Anfertigung ihrer Bilder durch Wiederverwendung fremder und eigener Motive. Wie sich die Produktions- und Verkaufsstrategien der Maler noch heute in den religiösen Bildern aus der ersten Expansionsphase des Antwerpener Kunstmarkts zeigen, soll im Rahmen des Vortrags exemplarisch an Werken aus der Sammlung des Städel Museums nachvollzogen werden.

17.11.2020     Dr. Paulus Rainer, Kunsthistorisches Museum, Wien: Wertspeicher, Wissensmaschine, Prestigeorgan. Kaiserlich-Habsburgische Sammlungstrategien am Beispiel der Wiener Kunstkammer

Link zum Vortrag: https://youtu.be/wLfrp-y934s

Die Geschichte der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien ist gleichermaßen von Vielschichtigkeit und Konstanz geprägt. Ihre Wurzeln reichen bis auf den mittelalterlichen Familienschatz des Hauses Habsburg zurück; ihr Objektbestand zeugt von kaiserlichem Prunk, verfeinertem Kunstsinn und fortdauernder Sammelleidenschaft des Kaiserhauses. Über die Jahrhunderte hinweg wurde dieser exklusive Bestand der Stellung des Kaiserhauses entsprechend vermehrt, erfuhr aber auch kontinuierlich Abgänge. Seine Hochblüte erfuhr er in der Spätrenaissance, in der Zeit der Kunst- und Wunderkammern, in der Kunstsammlungen nicht mehr nur Prestigeinstrument oder Wertspeicher waren, sondern ebenso als Wissensgenerator fungierten.

Anhand ausgewählter Sammlerpersönlichkeiten von Kaiser Maximilian I. bis hin zu Maria Theresia sollen Einblicke in die Genese der kaiserlichen Kunst- und Schatzkammern wie auch der veränderten Zugänge zum Sammeln innerhalb des Kaiserhauses gegeben werden.

24.11.2020     Dr. Michael Wenzel, Herzog August-Bibliothek, Wolfenbüttel: Philipp Hainhofer. Handlungsentwürfe eines Kunstagenten um 1600

Link zum Vortrag: https://youtu.be/gC003WF4IZo

Der Augsburger Kaufherr Philipp Hainhofer (1578–1647) war ein „double agent“ – er vermittelte und praktizierte politische und kulturelle Kommunikation und er handelte mit Kunstwerken, die er zum Teil selbst entwarf und nach seinen Vorgaben anfertigen ließ. Der Vortrag möchte innerhalb dieses Handlungsrahmens im Wesentlichen zwei Aspekte genauer betrachten, und zwar zum einen die durch den Kaufherrn betriebene Entwicklung von für den Markt bestimmten hybriden Kunstmöbeln. Diese Hauptwerke der angewandten Kunst entstanden im Kontext einer von Überbietungsstrategien geprägten höfischen Kultur im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges.

Zum anderen wird die Problematik des Kunsthandels über große räumliche Distanzen behandelt, also die Vermittlung und der Verkauf von Kunst, ohne selbst zu reisen und das Handelsgut mit sich zu führen. Beide Gesichtspunkte führen letztendlich auf einen gemeinsamen Problemkreis zurück: die Notwendigkeit zur Versprachlichung von bildender Kunst und generell von Visuellem in einem Zeitalter der merkantilen Expansion.

01.12.2020    Prof. Dr. Nils Büttner, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: Rubens und der Kunstmarkt

Link zum Vortrag: https://youtu.be/nfevhBO_rWE

Peter Paul Rubens (1577–1640) war einer der gefragtesten Maler seiner Zeit. Schon von seinen Zeitgenossen wurde er als umfassend gebildeter „Gott der Maler“ bewundert brachte er in seinem Haus eine üppige Sammlung von Kunst und Altertümern zusammen. Sie standen, genau wie seine eigenen Bilder auch zum Verkauf. Sein deutscher Biograph Joachim von Sandrart, der dem Bewunderten Vorbild persönlich begegnet war, weiß davon zu berichten, „daß Rubens neben seiner eignen Kunst/ auch aus anderer Wißenschaft und Handlung seinen Nutzen fürtreflich zu machen/ und also sich selbst den Weg zum Reichthum wol zu bahnen wuste“. Insgesamt werden Rubens knapp zweieinhalb Tausend Werke zugeschrieben. Darunter sind Entwürfe für Wandteppiche, für Skulpturen und Architektur, für Gold- und Silberschmiedearbeiten, aber auch für Buchillustrationen und Titelblätter. Der Vortrag soll zeigen, wie Rubens als Sammler und Verkäufer von Kunstwerken agierte, wie er seine eigenen Bilder vermarktete und wie diese bis heute gehandelt werden.

08.12.2020    Dr. Almut Pollmer-Schmidt, Städel Museum, Frankfurt: Die sieben Leben des Kreuzaltars. Die bewegte Geschichte von Adam Elsheimers Hauptwerk

Link zum Vortrag: https://youtu.be/2EM1mbXzdjs

So, wie wir ihn heute aus dem Städel Museum kennen, bestand der Kreuzaltar wahrscheinlich weniger als ein Jahrhundert. Adam Elsheimers wohl wichtigstes Werk, das die Verherrlichung des Kreuzes mit Tafeln zur Geschichte der Auffindung der Kreuzreliquie durch die Kaisermutter Helena und die Wiederbringung derselben durch den byzantinischen Kaiser Herakleios verbindet, entstand in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts im Auftrag eines spanischen Geistlichen. Das Ensemble wurde bald verkauft, umgerahmt, auseinandergenommen, verschenkt, vererbt, in verschiedene Sammlungskontexte überführt und versteigert, bis die Einzeltafeln im 20. Jahrhundert nach und nach vom Städel Museum durch Tausch und Ankauf erworben werden konnten.

Der Vortrag möchte die komplexe Geschichte des Kreuzaltars mit Stationen in Rom, Florenz, London und schließlich Frankfurt nachzeichnen. Das Augenmerk liegt dabei auf den mit den unterschiedlichen Kontexten verbundenen Handlungs- und Verhandlungsstrategien, die vom „Markt“ kennerschaftlicher Sammler bis zum Kunsthandel in Kriegszeiten reichen.

15.12.2020     Dr. Ulrike Kern, Kunstgeschichtliches Institut, Goethe-Universität Frankfurt: Von der Long Gallery zur Kaffeehausauktion: Der englische Kunstmarkt und seine Anfänge

Link zum Vortrag: https://youtu.be/DCTV1d0sm5s

In England keimte das Interesse am Kunstsammeln ungefähr ein Jahrhundert später auf als auf dem Kontinent. Doch einmal entflammt, zeigte es schnell Wirkung: in kürzester Zeit wurden Schiffsladungen italienischer Sammlungsbestände auf die Insel befördert, kunstsammelnde Rivalen schickten ihre Agenten in den Kunstzentren ins Rennen um die begehrtesten Werke, und um den englischen König herum bildete sich ein distinguierter Kreis an Kunstkennern. Die kurze Zeit, in der dieser Wandel vor sich ging wie auch die streng protestantische, bilderfeindliche Tradition, die ihn sicher nicht begünstigte, prägen die Ursprungs- und Entwicklungsgeschichte des englischen Kunstmarkts. Dieser Beitrag wird diese Anfänge ab der ausgehenden elisabethanischen Zeit und die Einflüsse der besonderen Bedingungen in England auf die Situation der Sammler, Auftraggeber, Künstler und ihre Werke beleuchten.

12.01.2021     Dr. Bastian Eclercy, Städel Museum, Frankfurt: Rang und Preis. Vom Wert der Landschaftsmalerei im 17. Jahrhundert

Link zum Vortrag: https://youtu.be/_UOaREzypCA

Kunsttheorie und Kunstmarkt bilden üblicherweise zwei strikt voneinander getrennte Forschungsbereiche, die sich wechselseitig kaum wahrnehmen. Am Beispiel der Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts führt dieser Vortrag vor, welche Erkenntnisse sich aus einer Zusammenschau beider Aspekte gewinnen lassen. Dabei stehen zwei Regionen im Fokus, denen sich die Kunstmarktforschung der letzten Jahrzehnte eingehend gewidmet hat: Holland und Rom. Wie wirkte sich also die in der Kunsttheorie etablierte Hierarchie der Gattungen auf Wert und Bedeutung der Landschaftsmalerei auf dem Kunstmarkt des 17. Jahrhunderts aus? Oder anders gefragt: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kunsttheorie und Ökonomie?

19.01.2021     Prof. Dr. Stephanie S. Dickey, Bader Chair in Northern Baroque Art, Queen’s University, Kingston, Kanada:  Rembrandt and the Amsterdam Art Market

 
When Rembrandt settled in Amsterdam in 1632, he joined a thriving community of artists working for the richest, most diverse art market in Northern Europe. After three years with the art dealer Hendrick Uylenburgh, Rembrandt established his own workshop, where dozens of artists (including several from Germany) came to learn his techniques and contributed to the dissemination of the Rembrandt "brand". Since Rembrandt also participated in the art market as a collector and dealer, his story presents a well-rounded picture of how works of art were produced and consumed in Amsterdam. The story of the city itself, as a hub of world trade and commercial innovation, offers insights into the rise of the market for luxury goods as we know it today. The talk will be illustrated with examples from the exhibition Nennt mich Rembrandt: Kreatitivät und Wettbewerb um 1630–1655, coming to the Städel Museum in December 2021. The lecture will be presented in English.
 

26.01.2021     Prof. Dr. Jochen Sander, Kunstgeschichtliches Institut, Goethe-Universität Frankfurt, und Städel Museum, Frankfurt: Alte Meister auf dem Markt. Verkaufsfördernde Bildmanipulationen des 19. Jahrhundert an Gemälden des Städel Museums

Link zum Vortrag: https://youtu.be/Cx3dYRnMslA

Neben der Zuschreibung spielen Provenienz und Erhaltungszustand insbesondere bei bedeutenden Altmeister-Gemälden, die heute aus Privatbesitz auf den internationalen Kunstmarkt gelangen, eine zentrale Rolle. Das war nicht immer so: Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde der Herkunft von Kunstwerken nur dann größere Aufmerksamkeit geschenkt, wenn dies den Verkaufspreis zu steigern versprach. Demgegenüber sollte das Erscheinungsbild der Gemälde primär den Seherwartungen der Käufer entsprechen, weshalb Verkäufer wie Erwerber (die Museen eingeschlossen) häufig keine Probleme mit verkaufsfördernden Bildmanipulationen hatten.

Die Künstler, die die meist nur partiellen Übermalungen ausführten, gingen dabei gelegentlich so erfolgreich vor, dass ihre die Seherwartungen präzise treffenden Manipulationen teilweise bis heute nicht sofort als solche erkannt werden. In einer Reihe von hochkarätigen Fallstudien aus dem Bestand des Städel Museums soll dieses Phänomen näher beleuchtet werden.

02.02.2021     Dr. Iris Schmeisser, Städel Museum, Frankfurt: Das Städel Museum in den Jahren 1933-1945. Einblicke in die Sammlungs- und Institutionsgeschichte

Link zum Vortrag: https://youtu.be/OJ5emZFvPmc

Anhand ausgewählter Beispiele der Erwerbungspraxis sowie der erfolgten Deakzessionen und Verluste des Städel Museums in den Jahren 1933 bis 1945 werden der Kunstmarkt und dessen Akteure im Nationalsozialismus sowie die Rolle der Museen beleuchtet. 

Wie änderten sich die Strukturen am Städel Museum seit 1933? Wie wirkte sich die Entrechtung, Verfolgung und Enteignung jüdischer Kunstbesitzer und Kunsthändler auf die Erwerbungen in diesen Jahren aus? Was passierte im Zuge der Beschlagnahmeaktion "Entartete Kunst" mit den modernen Beständen der Sammlung? 

09.02.2021     Dr. Stefanie Heraeus, Kunstgeschichtliches Institut, Goethe-Universität Frankfurt: Sammler, Auktionshausbesitzer, Museumsgründer: François Pinaults Eingriffe in den Kunstbetrieb

Link zum Vortrag: https://youtu.be/g9dPCToVs90

Im Zentrum von Paris, zwischen Louvre und Centre Pompidou, lässt derzeit François Pinault das historische Gebäude der ehemaligen Handelsbörse zu einem Museum für Gegenwartskunst umbauen, um darin seine Sammlung zu zeigen. Pinault besitzt bereits zwei prominente Ausstellungsinstitutionen in der Biennale-Stadt Venedig: den Palazzo Grassi und die Punta della Dogana. Zudem gehört ihm das marktbeherrschende Auktionshaus Christie’s. Was bedeutet es für den Kunstbetrieb, wenn eine derart gestaltungsmächtige Privatperson gewissermaßen die Gewaltenteilung aufhebt? Welche Auswirkungen hat dies auf den Diskurs zur Gegenwartskunst, etwa auf Themensetzungen und Kanonrevisionen?


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Prof. Dr. Jochen Sander                                                   Wintersemester 2020/21

Hauptseminar: Kolloquium zur Vorstellung und Diskussion von Master-, Promotions- und sonstigen Forschungsarbeiten

Online über Zoom, donnerstags, vierzehntägig, 18:15-19:45 Uhr, ab 05.11.2020

Das Methodenseminar soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit bieten, ihre geplanten oder in Arbeit befindlichen Master-, Promotions- oder sonstigen Forschungsvorhaben vorzustellen.

Themen- und Terminabsprache bitte über sander@kunst.uni-frankfurt.de

Gäste sind willkommen!


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