Prof. Dr. Kristin Böse

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Online-Ressourcen Mittelalter

Mittelalter. Interdisziplinäre Forschungen und Rezeptionsgeschichte (https://mittelalter.hypotheses.org/)

AMAD Archivum Medii Aevi Digitale (ab 8.10.2020) (https://www.amad.org/)


Ausstellungen


Ein Ausstellungsprojekt im Rahmen des Masterseminars „SchriftBild – Bildschrift“ im Sommersemester 2019
Ein Ausstellungsprojekt im Rahmen des Masterseminars „SchriftBild – Bildschrift“ im Sommersemester 2019

WARUM FAKSIMILES…?.

Faksimiles sind auf ambivalente Weise mit dem Begriff der ‚Originalität‘ verknüpft. Wenngleich die lateinische Wendung fac simile ‚mache es ähnlich‘ bedeutet, wird das Faksimile seit dem 19. Jahrhundert zunehmend als eine exakte Kopie begriffen und beworben. Doch darin besteht der Zwiespalt des Faksimiles: Einerseits betonen Verlage, originalgetreue Abbilder zu kreieren, die aus dieser Perspektive ‚problematische Autoritäten‘ darstellen müssen. Andererseits strich man die Originalität mit Verweis auf den hohen materiellen und technischen Produktionsaufwand heraus. In diesen Zusammenhang gehören gleichfalls paratextuelle Handlungen wie das Signieren der Exemplare oder deren dokumentierte eigenhändige Prüfung.   

Die Originalität des Faksimiles besteht vor allem darin, dass es uns etwas über die Lektürepraktiken und Wahrnehmungsweisen des modernen Buches sowie die Rezeption seiner mittelalterlichen Vorläufer erzählt. Gerade aus diesem Blickwinkel stellen Faksimiles ganz besondere und eigenwillige Stücke dar. Jene zum Perikopenbuch Heinrichs II. oder zum Martyrologium des Wandalbert von Prüm führen eindrücklich vor Augen, wie (re)konstruierte Buchdeckel gerade den heutigen Erwartungen an ein ansprechendes Buchcover entgegenkommen.

Faksimiles sind auch in sozialer und ökonomischer Hinsicht lohnenswerte Untersuchungsgegenstände. Sie folgen durchaus dem Anspruch einer Demokratisierung schwer zugänglicher Handschriftenbestände wie die Kampagnen des Vatikan zeigen, sind jedoch aufgrund ihres Kaufpreises kaum für jedermann erschwinglich. In ihrer Blütezeit zwischen den 1970er und 1980er Jahren suchte man das kostspielige Faksimilieren (welches durchaus in einem Fiasko für Städte und Verlage enden konnte) dergestalt zu begründen, dass man mit zivilisationskritischer Geste das ‚Handgemachte‘ hervorhob.

Die noch nicht absehbare Reichweite des Digitalen, Handschriften ‚begreifbar‘ zu machen, lassen die Zugriffsmöglichkeiten auf die Originale weiter schwinden. Für den Studienbetrieb wird das Faksimile deshalb weiterhin von Wert sein und kann darüber hinaus zum reflektierten Umgang mit neuen reproduktiven Medien beitragen. Denn in dem Maße, wie Handschriften zum Gegenstand großangelegter Digitalisierungskampagnen werden, wird das Faksimile auch als Forschungsobjekt attraktiv.



Exkursionen


Große Exkursion nach Málaga, Sevilla, Córdoba und Granada im Rahmen des Masterseminars „Al-Andalus: Schichten kulturellen Wandels“, vom 11.-18. März 2019
Große Exkursion nach Málaga, Sevilla, Córdoba und Granada im Rahmen des Masterseminars „Al-Andalus: Schichten kulturellen Wandels“, vom 11.-18. März 2019

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