Prof. Dr. Kristin Böse

E-Mail Boese@kunst.uni-frankfurt.de

Raum 305
Telefon 22222

Sprechstunden

Dienstags, 14:00 bis 15:00 Uhr

Aktuelles

Forum Kunst des Mittelalters – Bern 18.-21.9.2019

Sektion // Fels – Höhle – Kirche. Formierung naturgebundener Sakralräume im Mittelalter

Sektionsleitung: gemeinsam mit Markus Späth (Gießen)

Gebirgslandschaften und exponierte Anhöhen haben in vielen Religionen eine enorme Anziehungskraft auf jene, die Lebensformen asketischer Einkehr bevorzugen. Für das christliche Mittelalter haben bislang vor allem die orthodoxen Höhlenklöster von Kappadokien bis in den südlichen Balkan Aufmerksamkeit erfahren. Doch auch im lateinischen Europa sind mit Felsformationen ‚verwachsene‘ Sakralbauten erhalten, deren Nukleus häufig eine retrospektiv als heiliger Ort verehrte, mit Legenden um hier ansässige Eremiten oder Religiosengemeinschaften verbundene Höhle bildet. Die künstlerische Überformung von Natur generierte Heiligtümer, die als Schwelle zwischen innen und außen, Rückzug und Offenbarung, Natur und Kultur in Erscheinung treten. Dabei bildet sich das Verhältnis von Natur und Kultur zum einen äußerlich ab, erkennbar an der exponierten Lage der Sakralbauten. Zum anderen stellen die entstanden Anlagen selbst komplexe, verschachtelte Sakraltopographien dar, die es in kultischen Zusammenhängen nicht nur mit dem Blick zu ergründen, sondern durch Bewegung körperlich zu erfahren galt. Zur Diskussion steht, wie in der Architektur und Ausstattung mittelalterlicher Fels- und Höhlenkirchen mit den naturgegebenen Bedingungen umgegangen wurde und wie diese Auseinandersetzung nicht zuletzt eine (menschengemachte) ‚Gebirgslandschaft‘ formierte, die bis heute vielerorts als topographisch und geographisch distinkt wahrgenommen wird.

Amy Neff (Knoxville): Saint Francis‘ Cave of Revelation: Italian Images of the Stigmatization, ca. 1300

Wilfried E. Keil (Heidelberg): Die Höhlenkirchen von Matera

Isabella Augart (Hamburg): Steinerne Räume des Eremitentums im italienischen Spätmittelalter­­



­­Forschungsschwerpunkte

•    visuelle Ordnungen und Strukturen in mittelalterlichen Handschriften
•    mittelalterliche Textilien unter den Aspekten von Medialität und Materialität
•    Modalitäten des Ornaments
•    Künstlerische Transfer- und Austauschprozesse
•    Spanische Kunst des Mittelalters
•    Ausstattung von Klöstern weiblicher Gemeinschaften
•    Hagiographie und Frömmigkeit in der spätmittelalterlichen Kunst


Akademischer Werdegang

seit 2018
Professorin für mittelalterliche Kunst am Kunsthistorischen Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
2014 – 2018
Professurvertretung am Institut für Kunstgeschichte der HHU Düsseldorf
2015
Habilitation (Von den Rändern her gedacht. Visuelle Rahmungsstrategien in frühmittelalterlichen Handschriften am Beispiel der Iberischen Halbinsel)
2014
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Mittelalterstudien (ZEMAK), Universität zu Köln
2013    
Visiting Scholarship am Institute for German Cultural Studies der Cornell University
2010-2013    
Fellow der Fritz Thyssen-Stiftung (Ornament, Zeichen und Raum. Konstruktion von Identität in spanischen Handschriften des 10.-12. Jh.)
2003-2010
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln
2004    
Promotion im Fach Kunstgeschichte an der Universität Hamburg (Gemalte Heiligkeit. Bilderzählungen neuer Heiliger in der italienischen Kunst des 14. und 15. Jahrhunderts; Publikation der Doktorarbeit 2008 mit dem Hans-Janssen-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen ausgezeichnet)
2003     
Doktorandenstipendium am Deutschen Historischen Institut in Rom
2000 - 2002    
Doktorandenstipendium der Universität Hamburg
1993-1999
Studium der Kunstgeschichte, Älteren deutschen Literatur und Klassischen Archäologie an der Universität Hamburg und der Université de Bourgogne in Dijon


Suche