Apl Prof'in Dr. Viola Hildebrand-Schat

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

Moderne und zeitgenössische Kunst, ihre kontextuelle und konzeptuelle Einbindung in den sozialhistorischen und politischen Rahmen sowie ihre historische Rückbezüglichkeit, mit einem besonderen Interesse an der Interaktion von Text und Bild, schriftlichen und visuellen Quellen.
Verfolgt wird eine Entwicklung, deren erste Ansätze sich bereits um 1800 abzeichnen und sich u. a. in der Auseinandersetzung mit dem Unendlichen, dem Unerreichbaren in Philosophie und Kunst niederschlagen.
Der Schwerpunkt in der Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst liegt zunächst auf Europa und Russland, bezieht aber im Rahmen von Globalität und internationaler Kunstszene auch verstärkt nichteuropäische Kunst mit ein, etwa Künstler mit islamischem Hintergrund oder afrikanischer Sozialisation.

Intermedialität
Die unterverfolgte Themenstellung wendet sich u. a. Fragen zu, wie der Bedeutung, die Texten für die visuelle Gestaltung haben, wie textuelle und theoretische Grundlegungen in das Kunstschaffen eingebracht werden und welche Aus- bzw. Umformung sie durch die künstlerische Überarbeitung erlangen. Im Fokus des Interesses liegen zum einen das Künstlerbuch und die konzeptuelle Kunst.

Künstlerbücher/Künstlerpublikationen
Hier gilt das Augenmerk zunächst allgemein den Beziehungen von skripturalen und zeichnerischen Strukturen sowie dem Zusammenwirken von Text und Bild, der Inspiration textlicher Quellen für die visuelle Gestaltung und die Interaktion von Literatur und Kunst.
Ein besonderes Interesse gilt der Untersuchung, wie literarische Quellen – philosophische, soziologische, schöngeistige und auch politische Texte – als Inspirationsquelle und Ausgangspunkt für die visuelle Gestaltung herangezogen werden. Ein Untersuchungsgegenstand hierbei ist, wie Text und Gestaltung interagieren und inwiefern die Gestaltung eine vollständige Transformation des Ausgangsmaterials vornimmt und damit zu einer völlig neuen Aussage gelangt. Ein signifikantes Beispiel für die enge Verknüpfung von Literatur und bildender Kunst ist der Dialog der französischen Künstlerin Sophie Calle und dem amerikanischen Autor Paul Auster, deren Ergebnis die Arbeit Double Game ist. Von weiterem Interesse sind biographische Ansätze, die sowohl reale wie auch fiktive Elemente einschließen. Das Genre Künstlerbuch entwickelt hier eine eigene Form der Biographie, die den Rahmen der herkömmlichen Biographieschreibung sprengt.

Konzeptuelle Kunst
Als konzeptuelle Kunst werden hier alle Entwicklungen betrachtet, deren Schwerpunkt nicht auf gestalterischen Formen, sondern vielmehr in der theoretischen Fundierung liegt. Betrachtet werden also weniger die sinnlichen Qualitäten als der gedankliche Impetus, der sich in sozialen, politischen, historischen oder anderen kontextuellen Bedingungen begründet. In diesem Zusammenhang interessieren die kontextuellen Faktoren und ihre Auswirkung auf das Kunstschaffen.


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