Hinweise zur Anfertigung einer Hausarbeit

I. Allgemein

Was ist eine Hausarbeit?


Inhaltliche Grundlage einer Hausarbeit ist meist das Referatsthema, wobei die Diskussion des Referats im Seminar, der Seminarkontext, evtl. weitere wissenschaftliche Literatur zum Thema und die Rücksprache mit dem/der Seminarleiter/Seminarleiterin in der Ausarbeitung berücksichtigt werden sollten.
Je nach Fragestellung können mehrere Werke oder Quellen (und ihr Bezug untereinander), nur ein einzelnes Werk oder auch nur ein Aspekt dieses Werks Gegenstand der Hausarbeit sein. Grundlage jeder Interpretation eines Kunstwerkes ist in der Regel seine ausführliche und präzise Beschreibung und Analyse. Eine solche für die Interpretation fruchtbare Analyse geht über eine sachlich-aufzählende Beschreibung des Dargestellten (bzw. in der Architektur der Einzelelemente) hinaus, indem sie auch die Darstellungsweise, also die formale und semantische Strukturierung des Werkes darlegt.
Die Hausarbeit sollte im Idealfall einen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion leisten. Eine fundierte Beschäftigung mit (ausgewählten) Forschungspositionen bildet daher eine unerlässliche Grundlage für die eigene Arbeit. Dabei sollte man beachten, dass es in manchen Fällen wichtiger ist, Probleme herauszuarbeiten, als Lösungen zu finden. Oft kann man nur darstellen, auf welchen Quellen, methodischen Ansätzen und Interessen unterschiedliche Auffassungen beruhen; oft genügt es zu berichten, worüber in der Forschung diskutiert wird oder welche Fragen bisher ausgeklammert wurden. In jedem Fall aber sollte die auf der Werkanalyse und der Auswertung der Literatur gründende eigene Auffassung deutlich werden und, wo immer möglich, in eigene Thesen einmünden. Aus Ihrer Argumentation sollte ersichtlich werden, warum Sie einen spezifischen methodischen Schritt getan oder auf ein bestimmtes Werk zurückgegriffen haben.

Umgang mit älterer und neuerer Literatur, Plagiat

Die Hausarbeit soll über den gegenwärtigen Forschungsstand informieren; dafür müssen die letzten Neuerscheinungen berücksichtigt werden. Wissenschaftliche Forschung vollzieht sich als kontinuierlicher Frage- und Antwortprozess: Autoren reagieren aufeinander. Es sollte deshalb vermieden werden, zu einem Gegenstand z.B. zuerst auf ein Buch von 1990, dann auf einen Artikel von 1950, danach wieder auf einen Katalog von 1975 zurückzugreifen. In der Tat ist vieles veraltet oder revisionsbedürftig. Up to date zu sein, heißt in der Kunstgeschichte andererseits nicht, ältere Literatur grundsätzlich zu verwerfen. Im Gegensatz zu den naturwissenschaftlichen Fächern ist die ältere Literatur in unserem Fach auch dann nicht überholt, wenn der Sachstand sich inzwischen verändert hat; man entnimmt älteren Publikationen manchmal Erkenntnisse und Wertungen, die für die Rezeptionsgeschichte des zu besprechenden Objektes unentbehrlich sind. Es muss jedoch unbedingt ersichtlich sein, welche Informationen und Forschungsmeinungen vom Autor der Hausarbeit selbst stammen und welche auf Quellen- und Sekundärliteratur basieren. Ein Plagiat (nicht gekennzeichnete Übernahme des geistigen Gutes eines anderen Autors) ist kein Kavaliersdelikt und führt zu einer Benotung mit 5,0 („nicht ausreichend“) und in besonders schwerwiegenden Fällen bis zum Ausschluss von der Prüfung.

Sprache und Grammatik

Die Hausarbeit sollte sprachlich fehlerfrei und gut lesbar sein. Achten Sie deshalb bitte auf Rechtschreibung, Grammatik (vor allem Syntax!) und Kommasetzung. Eine hohe Fehlerquote wirkt sich negativ auf die Benotung aus; bei zu vielen Fehlern kann eine Hausarbeit mit „nicht bestanden“ (5,0) bewertet werden.

Wichtig:

  • Suchen Sie sich ein Thema, dass Sie interessiert: ein Werk, eine Quelle, einen Aspekt, …
  • Sprechen Sie das Thema mit dem Dozenten/der Dozentin in einer Sprechstunde ab
  • Arbeiten Sie mit älterer und neuerer Forschungsliteratur, wägen Sie ab, welche Publikationen für ihr Thema am wichtigsten sind.
  • Achten Sie auf eine angemessene wissenschaftliche Sprache und korrekte Rechtschreibung.
  • Die Qualität Ihrer Arbeit misst sich auch an ihrer Struktur; achten Sie daher auf Logik und Nachvollziehbarkeit Ihrer Argumentation.
  • Ein Thema bedeutet auch immer Schwerpunktsetzung; Sie sollten sich aber nicht ausschließlich zu diesem spezifischen Aspekt informieren, sondern immer (viel) mehr wissen, als Sie in Ihrer Arbeit darlegen.

II. Formale Vorgaben

Der Textumfang einer Proseminararbeit beträgt i. d. R. 12 Seiten, derjenige einer Hauptseminararbeit 15 Seiten. Gemeint ist damit der inhaltlich relevante Teil der Hausarbeit (also der Text ohne Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis und Abbildungsteil).

Der Korrekturrand sollte rechts 4 cm betragen, die Schriftgröße 12 Punkte bei Times New Roman (bei Arial 11). Die Schriftgröße bei den Fußnoten ist 10 Punkte (9 bei Arial). Es ist ein 1,5 Zeilenabstand vorgesehen. Der Text sollte linksbündig mit Silbentrennung oder als Blocksatz gesetzt sein.

Die Seiten werden ab der ersten Seite des Textes (also der Einleitung) durchnummeriert und umfassen auch Literatur- und Abbildungsverzeichnis und die Abbildungen. Absätze sollten Sinneinheiten markieren und können durch eine freigelassene Zeile, einen Zeilenumbruch, und/oder eine Einrückung kenntlich gemacht werden.

Fußnotenziffern stehen nach einer Sinneinheit, auf die sich die Fußnote bezieht. Dies können einzelne Begriffe, Halbsätze, oder ganze Sätze sein. Fußnotenziffern werden nach dem Satzzeichen gesetzt (nach dem Komma, nach dem Punkt). Es wird jeweils nur eine Fußnotenziffer gesetzt; auch verschiedene Informationen und Literaturangaben werden in einer Fußnote zusammengefasst.

Datierungen sollten im Text ausformuliert werden: „zwischen 1480 und 1520“ oder „von 1480 bis 1520“ sind korrekte Angaben (nicht „zwischen 1480-1520“ oder „von 1480-1520“).

Quellen- oder Abbildungshinweise gehören zum jeweils vorhergehenden Satz und werden vor dem Satzende angeführt. Sie sollten nicht zwischen zwei Sätzen stehen.

Beispiel: „[...] zeigt sich gerade in Michelangelos ’Jüngstem Gericht' (Abb. 1).“   
Falsch dagegen wäre: „[...] in Michelangelos 'Jüngstem Gericht'. (Abb. 1).“

Übliche Abkürzungen kann man nicht eigenmächtig ändern, sie sollten außerdem einheitlich verwendet werden (also entweder lateinische oder deutsche Abkürzungen).

Einige übliche Abkürzungen:

[sic]So/wirklich so; zur Kennzeichnung der direkten Übertragung einer Stelle aus dem Original (mit Rechtschreib- oder Druckfehlern)
Abb.Abbildung
Ausst.Ausstellung
Bd.Band
cf.>„confer“, also „siehe, vergleiche“/tr>
fol.Folio/Blatt
Hg./Hrsg.Herausgeber (Plural: Hgg./ Hrsg.)
Hl.heilige(r)
Hll.Heilige (Plural)
i.e.Id est/das ist/das heißt
Ibid./ebd. Ibidem/ebenda
Jg.Jahrgang
Kat.Katalog
ms.maschinenschriftlich
Tf.Tafel
vgl.vergleiche

III. Gliederung einer Hausarbeit

Eine Hausarbeit besteht aus:
1. Deckblatt
2. Inhaltsverzeichnis
3. Hausarbeitstext (Fließtext und Fußnoten)
4. Literaturverzeichnis
5. Abbildungsverzeichnis
6. Abbildungen
7. Erklärung zur ordnungsgemäßen Anfertigung der Hausarbeit

Das Deckblatt

bestehend aus

  • Titel der Hausarbeit
  • Titel des Seminars und Angabe des Moduls
  • Veranstaltungszeitraum (z.B. SoSe 2017 etc.)
  • Name der Seminarleiterin/des Seminarleiters
  • Name der Verfasserin/des Verfassers
  • Matrikelnummer der Verfasserin/des Verfassers
  • Emailadresse, Anschrift und Telefonnummer der Verfasserin/des Verfassers
  • Studienfächer der Verfasserin/des Verfassers mit Angabe von Haupt- und Nebenfach sowie Fachsemesterzahl

Das Inhaltsverzeichnis

Im Inhaltsverzeichnis tauchen alle Kapitel und Unterkapitel, sowie der Nachweisapparat mit Seitennummerierungen auf.

Hausarbeitstext (Fließtext und Fußnoten)

Das ist die eigentliche Hausarbeit. Diese gliedert sich in drei große Abschnitte, die individuell noch weiter unterteilt werden können und sollten. Die Überschriften der einzelnen Gliederungspunkte, insbesondere des Hauptteils, sollten 'sprechend' sein, d.h. auf den Inhalt des jeweiligen Abschnitts hinweisen (keine Überschriften wie „Hauptteil“ oder „Unterkapitel 1“).

Die Einleitung dient dazu, in das Thema der Hausarbeit
einzuführen.
Hier sollten Sie zunächst angeben, mit welchem Gegenstand Sie sich befassen werden. Das beinhaltet die Fragestellung Ihrer Arbeit, den Forschungsstand in Bezug auf die Fragestellung und Ihr (methodisches) Vorgehen.

Im Haupt- oder Durchführungsteil wird die Fragestellung der Einleitung bearbeitet. Er sollte in Unterkapitel gegliedert werden. Die genaue Gliederung des Hauptteils richtet sich nach Ihrer Argumentation, die nach Möglichkeit in eine These münden sollte. Alle Informationen, die Sie liefern, sollen in die Argumentation eingebunden sein. Fragen Sie sich also, was Sie für die Untermauerung Ihrer These diskutieren müssen. Liefern Sie keine rein additiven, unverbundenen Informationen (d.h. keine an den Beginn gestellten, gesonderten Kapitel mit der Biographie eines Künstlers oder dem historischen Hintergrund).

Der Schluss fasst die Ergebnisse kurz zusammen. Das Bisherige sollte nicht einfach wiederholt, sondern weitergedacht werden. Zudem können hier Probleme geschildert werden, die im Laufe der Arbeit aufgetaucht sind, z.B. Grenzen des eigenen methodischen Vorgehens, Perspektiven für weitere Untersuchungen etc.

Das Literaturverzeichnis

Alle in den Fußnoten genannten Titel müssen im Literaturverzeichnis in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet werden. Weggelassen werden können Titel, die im Text nicht zitiert wurden (sogenannte „gedankengebende Literatur“).
Eine genauere Beschreibung findet sich im Kapitel “Literaturangaben”.

Das Abbildungsverzeichnis

Alle relevanten Angaben zu den in der Arbeit auftauchenden Werken müssen in einem gesonderten Nachweisteil aufgeführt werden. Diese sind

  • Abbildungsnummer in der Arbeit (und im Abbildungsteil)
  • Künstler/Autor
  • Titel
  • Entstehungsjahr
  • Technik
  • Format
  • Standort
  • vollständige Herkunftsangabe der verwendeten Abbildung


Das Format wird in der Regel als Höhe x Breite in cm (kleine Objekte wie Graphiken oft auch in mm) angegeben, bei plastischen Arbeiten darüber hinaus auch die Tiefe und, falls vorhanden, die Maße des Sockels. Der Durchmesser einer Arbeit wird mit „Ø“ bezeichnet.

Die Abbildungen

Die Abbildungen selbst werden durchnummeriert und mit einer Legende (Künstler, Titel, Entstehungsjahr, Maße, Technik, Stand-bzw. Aufbewahrungsort) versehen. Hierbei ist auf die Qualität der Abbildungen, sowie deren möglichst unverfälschte Wiedergabe zu achten: Seitenverhältnisse dürfen keinesfalls verzerrt werden. Nutzen Sie fachgerecht dokumentierte Quellen/Datenbanken (siehe „Weitere Bilddatenbanken im Netz“ im Erstsemesterreader).

Erklärung über die ordnungsgemäße Anfertigung

Der Hausarbeit ist eine unterschriebene Erklärung beizulegen. Die Vorlage dazu ist auf der Homepage des Kunsthistorischen Instituts zu finden.



IV. Zitieren

Genaues und einheitliches Zitieren erleichtert das Verständnis und ist Voraussetzung dafür, dass Aussagen überprüft werden können. Oft gibt erst das Zitieren Aufschluss darüber, ob der Verfasser selbst Stellung bezieht oder Gedanken anderer wiedergibt. Der Leser muss in die Lage versetzt werden, zitierte Literatur sicher und schnell aufzufinden. Es gibt verschiedene Formen des Zitierens; eine einmal gewählte Zitierweise ist in ein und demselben Manuskript aber konsequent einzuhalten.
Namentlich nicht gekennzeichnete Texte sind generell nicht zitierfähig, das gilt auch für die meisten Lexikonartikel. Ein Autorenname ist eine Art „Qualitätsgarantie“, es muss also der Klarname sein, der an eine nachweisbare Person gebunden ist. Historische Lexikonartikel, die nicht namentlich gekennzeichnet sind, können bei bestimmten Themen aber als Quellenmaterial dienen, weil sie Diskurs und Forschungsstand einer Zeit spiegeln.

Zitieren und Internetquellen

Die Zitierfähigkeit von Webseiten und Texten aus dem Internet muss in jedem Fall durchdacht und geprüft werden. So sind Wikipedia-Artikel in ihrer Qualität sehr schwankend und genügen einem wissenschaftlichen Anspruch oft nicht; in der Regel fehlen reale Autorennamen, so dass nicht sicher nachvollzogen werden kann, wer sich und mit welcher Position an einer Diskussion beteiligt. Sie erfüllen daher nicht die Grundvoraussetzungen für Zitierfähigkeit im wissenschaftlichen Kontext (außer, Sie machen den Wikipedia-Artikel zu Ihrem Forschungsgegenstand, dann ist er ihr „Quellenmaterial“).

Paraphrasieren

Einen Text kann man entweder paraphrasieren (d.h. den Inhalt mit eigenen Worten wiedergeben, indirekt zitieren) oder wörtlich zitieren (d.h. direkt zitieren). Paraphrasieren gestattet Ihnen Informationen aus der Forschungsliteratur in eigenen Worten wiederzugeben, ohne dabei den eigenen Textfluss zu unterbrechen. Dabei müssen Sie die Quellen für diese indirekten Zitate in den Fußnoten immer angeben (durch “vgl.” kenntlich gemacht), sonst verletzt man eine der wichtigsten Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens und macht sich des Plagiats schuldig. Die Übernahme fremden Gedankenguts kann durch indirekte Rede angezeigt und durch Formulierungen wie „XY hebt hervor“, „XY betont“ oder „XY geht davon aus“ eingeleitet werden. Solche einleitenden Formulierungen können die eigene Position zum Zitierten, z.B. Zweifel oder Distanz, andeuten. Sie ersetzten aber keine genaue Literaturangabe.

Wörtliches Zitieren

Für ein direktes Zitat sollte man sich nur dann entscheiden, wenn dieses einen „Mehrwert“ gegenüber der Paraphrase erbringt, so z.B. wenn die angeführte Formulierung besonders treffend oder die Beobachtung besonders interessant ist oder ein historischer Wortlaut wiedergegeben werden soll. Ein wörtliches Zitat sollte zudem niemals für sich allein stehen, sondern immer kommentiert werden, indem z.B. der für die eigene Argumentation wichtigste Aspekt der zitierten Aussage hervorgehoben wird. Dies gilt auch für das Zitieren von einzelnen Begriffen – auch diese müssen erläutert werden.

Wichtig:

  • Die Herkunft des Zitierten wird in Fußnoten (siehe dazu Kap. „Fußnoten“) nachgewiesen, auf die im Text durch hochgestellte Ziffern verwiesen wird.
  • Zitiert wird immer nach dem Original; falls sie doch aus zweiter Hand zitieren, muss dies durch „zitiert nach“ in der Anmerkung kenntlich gemacht werden.
  • Der zitierte Text wird bei wörtlicher Wiedergabe durch Anführungszeichen gekennzeichnet.
  • Der Inhalt des Zitierten ist kein Zitat, sondern eine Äußerung, Auffassung, Nachricht, Mitteilung; sie muss entsprechend eingeleitet und in die eigene Argumentation eingebunden werden. Nicht richtig ist demnach folgender Satz: „Dazu Zitat von Luitpold Frommel: 'An der Spitze seiner Leidenschaften figurierte neben der Musik und Alchimie zweifellos die Malerei'.“ Die zitierte Position sollte vielmehr als solche eingeführt werden, so könnte es beispielsweise heißen: „Frommel zufolge stand ‚an der Spitze seiner Leidenschaften […] neben Musik und Alchimie zweifellos die Malerei’.“
  • Auslassungen innerhalb des Zitierten (wie im eben aufgeführten Beispiel: “[...]”) werden durch drei in eckige Klammern gesetzte Punkte gekennzeichnet.
  • Zitate im Zitat (wie im eben aufgeführten Beispiel), werden zwischen einfache Anführungszeichen gesetzt.
  • Für das Verständnis nötige Ergänzungen zum zitierten Text, grammatikalische Angleichungen oder Veränderungen werden [wie hier] in eckige Klammern gesetzt.
  • Im Original vorhandene orthographische bzw. grammatikalische Fehler werden mit [sic] gekennzeichnet:
    „Frommel zufolge stand ‚an der Spize [sic] seiner Leidenschaften […] neben Musik und Alchimie zweifellos die Malerei’.“
  • Der Punkt am Ende eines zitierten Satzes wird nicht zitiert (Dieser wäre störend, wenn der eigene Satz nach dem Zitat fortgesetzt wird).
  • „Kurze“ Zitate bis zu 3 Zeilen werden in den laufenden Text integriert.
  • „Lange“ Zitate über 3 Zeilen bilden einen eigenen Absatz (links eingerückt und einzeilig, ohne Anführungszeichen).
  • Fremdsprachliche Äußerungen (außer in Englisch) werden im Text üblicherweise auf Deutsch zitiert (ggf. durch eigene Übersetzung), in den Anmerkungen wird der Passus zusätzlich in der Originalsprache angeführt.

V. Erstellen eines Literaturverzeichnisses

Es gibt viele Möglichkeiten für Literaturangaben (auch bibliographische Notation genannt), vornehmlich müssen diese in einer einheitlichen, übersichtlichen und natürlich vollständigen Form präsentiert werden.

Verschiedene Verlage oder Zeitschriften haben deshalb ihren eigenen Stil, wie sie bibliographieren. Es ist im Grunde nicht wichtig, nach welchem System man sein Literaturverzeichnis anlegt, solange die Literaturangaben die wesentlichen Informationen enthalten, die das Auffinden der Quelle ermöglichen.
Ein einheitliches und übersichtliches System zu erschaffen ist Grundlage für wissenschaftlich exaktes und ethisch korrektes Arbeiten.

Empfehlungen für Literaturangaben

Ausstellungskataloge

Ausst.kat. Titel, Ort der Ausstellung (Museum), Ort Jahr
Beispiel:
Ausst.kat. Cranach der Ältere, Frankfurt am Main (Städel Museum), Ostfildern 2007

Monographien

Nachname, Vorname: Titel. Untertitel, Ort Jahr
Beispiel:
Graw, Isabelle: Die bessere Hälfte. Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts, Köln 2003

Herausgeberschriften mit einem Herausgeber

Nachname, Vorname (Hg.): Titel. Untertitel, Ort Jahr
Beispiel:
Greub, Thierry (Hg.): Las Meninas im Spiegel der Deutungen. Eine Einführung in die Methoden der Kunstgeschichte, Berlin 2001

Herausgeberschriften mit zwei Herausgebern

Nachname, Vorname und Vorname Nachname (Hgg.): Titel, Ort Jahr
Beispiel:
Büchsel, Martin und Peter Schmidt (Hgg.): Das Porträt vor der Erfindung des Porträts, Mainz 2003

Quellenedition

Nachname, Vorname: Titel, ursprünglicher Erscheinungsort und Jahr, hg. v. Vorname Nachname, Bände, Nachdruck Ort Jahr
Beispiele:
Bandello, Matteo: Le Novelle, Lucca 1555, hg. v. Gioachino Brognoligo, 5 Bde., Bari 1910-12
Runge, Philipp Otto: Hinterlassene Schriften, hg. v. dessen ältesten Bruder, Bde. 1 u. 2, Göttingen 1965 (Nachdruck der Ausgabe Hamburg 1840)
Beispiel für Herausgabe mit Übersetzung und Kommentar:
Ovidius Naso, Publius: Die Fasten, hg., übers. u. kommentiert v. Franz Böhler, 2 Bde., Heidelberg 1957

Aufsatztitel in Zeitschriften

Nachname, Vorname: Titel. Untertitel, in: Zeitschriftentitel, Nummer (Jahr), Seitenzahlen (des Aufsatzes)
Beispiel:
Herding, Klaus: Zur Trennung zwischen dem Wahren, Schönen und Guten in der Kunst der Moderne. Überlegungen am Beispiel der Zeichnungen von Jean-François Millet, in: Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft, Nr. 48 (2003), S. 111-128.

Aufsatztitel in Sammelbänden

Nachname, Vorname (des Autors): Titel. Untertitel (des Aufsatzes), in: Vorname Nachname (Hg.): Titel. Untertitel, Ort Jahr, Seitenzahlen (des Aufsatzes)
Beispiel:
Schmidt, Peter: Beschriebene Bilder. Benutzernotizen als Zeugnisse frommer Bildpraxis im späten Mittelalter, in: Klaus Schreiner (Hg.): Frömmigkeit im Mittelalter. Politischsoziale Kontexte, visuelle Praxis, körperliche Ausdrucksformen, München 2002, S. 347-386.

Lexikonartikel

Nachname, Vorname: „Lemmatitel“, in: Lexikon, Ort Jahr, Band, Seite/Spalte
Beispiel:
Wetzel, Michael: „Autor/Künstler“, in: Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden, hg. v. Karlheinz Barck u.a., Stuttgart/Weimar 2000, Bd. 1, S. 480-544.

Internetartikel

Nachname, Vorname: Titel. Untertitel, URL: http: … (Funddatum)
Beispiel:
Huber, Hans Dieter: Materialität und Selbstreferenz bei Friedemann Hahn, URL: http://www.hgb-leipzig.de/ARTNINE/huber/aufsaetze/hahn.html (17.03.2015).

Reihentitel

Nachname, Vorname: Titel (Reihentitel und Bandnummer), Ort Jahr
Beispiel:
Bistort, Giuloi: Il Magistrato alle Pompe nella Repubblica di Venezia. Studio storico (Miscellanea di storia veneta, Serie III, Bd. 5, hg. v. der Reale Deputazione veneta di Storia Patria), Venedig 1912

Reihentitel werden heute in der Regel nicht angegeben, es reicht hier die  Angabe als Monographie bzw. Herausgeberschrift.

Rezensionen

Nachname, Vorname: [Rezension von:] Nachname, Vorname: Titel. Untertitel, Ort Jahr, in: Zeitschriftentitel, Nummer (Jahr), Seite
Beispiel:
Buchner, Ernst: [Rezension von:] Thieme, Ulrich und Becker, Felix: Meister mit Notnamen und Monogrammisten, Leipzig 1950, in: Zeitschrift für Kunst 4, H. 4, 1950, S. 308-322

Generell ist zu beachten

  • Literaturverzeichnisse werden alphabethisch nach Nachnamen des Autors angelegt. Zunächst werden die Quellen und dann die Sekundärliteratur aufgeführt. Ausstellungskataloge werden mit „AK“ oder „Akat.“ oder „Ausst.kat.“ abgekürzt und stehen an entsprechender Stelle in der alphabetischen Ordnung (unter „A“).
  • Kann kein Erscheinungsort bzw. kein Erscheinungsjahr gefunden werden, so steht statt des Ortes „o.O.“ (kurz für: ohne Ortsangabe) und statt des Jahres „o.J.“ (kurz für: ohne Jahresangabe); weiß man aus anderen Quellen den Erscheinungsort oder das Erscheinungsjahr, ergänzt man dies in eckigen Klammern. Fehlt die Seitenangabe, schreibt man: „o.S.“ und ergänzt bei einem Zitat die Paginierung (Seitenzahl) durch eigenständige Zählung.

o    Beispiel: Ausst.kat. Frankfurt im Spätmittelalter. Kirche, Stifter, Frömmigkeit, Frankfurt am Main (Historisches Museum), Frankfurt am Main 1996, o.S. [S. 14]

  • Bei Nachdrucken oder Wiederauflagen älterer Texte sollte ergänzend das Ersterscheinungsjahr bzw. das Jahr der Erstausgabe [EA] vermerkt werden.

o    Beispiel: Wölfflin, Heinrich: Kunstgeschichtliche Grundbegriffe. Das Problem der Stilentwicklung in der neueren Kunst, Basel 181991 [EA 1915]

  • Bei Herausgeberschriften kann statt „Hg.“ auch „Hrsg.“ verwendet werden. „Hrsg.“ bleibt im Plural unverändert, während „Hg.“ nach dem zweiten Herausgebernamen bzw. nach u.a. zu „Hgg.“ wird.
  • Es werden höchstens zwei Autoren bzw. Herausgeber namentlich aufgeführt, bei mehr als zwei Autoren bzw. Herausgebern wird nur der erste genannt, die Übrigen werden mit „u.a.“ abgekürzt. Dies gilt ebenfalls für mehrere Erscheinungsorte.
  • Im Falle einer neuen Auflage wird dieser Hinweis mit einem Komma vom Titel getrennt vor Ort und Jahr eingefügt: z.B. „2. Auflage, München 2002“. Stattdessen kann auch lediglich eine Hochzahl vor das Jahr geschrieben werden: „München 22002“. Handelt es sich bei der Neuauflage um eine überarbeitete, erweiterte Version, so muss auch dies vor Ort und Jahr angeführt werden.

o    Beispiel: Pfisterer, Ulrich (Hg.): Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Ideen, Methoden, Begriffe, 2., erweiterte und aktualisierte Auflage, Stuttgart, Weimar 2011.

  • Innerhalb einer Literaturliste wird eine Sprache verwendet: entweder „ibid.“ (für „ibidem“) oder „ebd.“ (für „ebenda“), usw.; alle fremdsprachigen Angaben sollten eingedeutscht werden (etwa Milano = Mailand, a cura di = hg. v.).
  • Der Umfang eines Aufsatzes bzw. eines Artikels wird mit der Anfangs- und Endseitenzahl genannt: „S. 23-58“, bezieht man sich in einer Fußnote auf bestimmte Seiten, schreibt man: „Vgl. Nova, 2005, S. 23-25“. Erscheint nach der Seitenzahl nur „f.“ so ist damit ausschließlich die folgende Seite gemeint („S. 23f.“ meint folglich S. 23 + S. 24); „ff“ steht für eine unbestimmte Zahl nachfolgender Seiten. Diese Angaben sollte aber vermieden werden, da sie ungenau ist.
  • Bei Bedarf kann bei Zeitschriften auch Band (kurz: Bd.), Heft (kurz: H.) oder Jahrgang (kurz: Jg.) eingefügt werden.
  • Sind Autor des Aufsatzes und Herausgeber des Sammelbandes identisch, so kann statt einer Wiederholung des Namens „Ders.“ oder „Dies.“ (kurz für: Derselbe oder Dieselbe) stehen.
  • Eine URL-Adresse als Nachweis darf ausschließlich bei originären Internetquellen oder -artikeln angeführt werden, nicht aber bei retrodigitalisierten Texten (Texte, die zunächst im Druck erschienen sind und erst später – beispielsweise von JSTOR – digitalisiert wurden). In diesen Fällen müssen Sie den Text seiner ursprünglichen Printausgabe entsprechend anführen; die notwendigen Angaben dazu sind in der Regel bei der retrodigitalen Version vermerkt (auf einem dem Text vorgeschalteten Blatt, in einer Kopfzeile o.a.).

 


VI. Anmerkungen

Auch bei den Anmerkungen gilt, dass sie in einer einheitlichen, übersichtlichen und natürlich vollständigen Form präsentiert werden. Anmerkungen werden immer als vollständige Sätze behandelt: Der erste Buchstabe wird großgeschrieben, am Satzende steht ein Punkt.
Sie dienen dem Nachweis benutzter Quellen, können aber auch auf weiterführende Literatur zu einem Thema verweisen oder zusätzliche Informationen und Kommentare enthalten.
Anmerkungen werden in der Regel als Fußnoten (Schriftgröße 10 Punkte) gesetzt und müssen fortlaufend nummeriert werden. Das Anmerkungszeichen (eine Ziffer) wird immer als Hochzahl gesetzt, in der Regel hinter das Satzzeichen (wenn sich die Anmerkung auf den Satz oder eine aus mehreren Sätzen bestehende Sinneinheit bezieht). Ausnahme: die Anmerkung bezieht sich auf einen einzelnen Begriff, dann kommt die Hochzahl direkt hinter den Begriff. Es werden nie zwei Anmerkungszeichen unmittelbar hintereinander gesetzt, denn eine Anmerkung kann beliebig viele Verweise auf Literatur und Inhalte jeder Art (Kommentare, Ergänzungen etc.) enthalten.

Regeln für Literaturangaben in Anmerkungen/Fußnoten

  • Wenn ein Titel in einer Fußnote zum ersten Mal genannt wird, erscheint in der Anmerkung die komplette Literaturangabe (bei Monographien also: Nachname, Vorname: Titel. Untertitel, Ort Jahr).
  • Wird der Titel mit „Vgl.“ eingeleitet oder in einen Satz eingebunden, so erscheint zuerst der Vorname, dann der Nachname des Autors/Herausgebers.
  • Wird auf einen Titel ein weiteres Mal verwiesen, so wird die Kurzform Nachname Erscheinungsjahr (wie Anm. …), Seite verwendet Beispiel: Graw 2003 (wie Anm. 3), S. 45-78.
  • Wenn eine bibliographische Angabe in der unmittelbar folgenden Fußnote wiederholt wird und dazwischen keine andere Angabe eingefügt ist, wird mit „Ebd., Seitenangabe“ darauf verwiesen. Ein einfaches „Ebd.“ ohne Seitenangabe bedeutet, dass sich hier auf die zuvor genannte Publikation und die zuvor genannte Seitenzahl bezogen wird.

Zwei Bemerkungen zum Schluss:
Eine einzige gute Idee ist mehr wert als die genaueste Beachtung sämtlicher Regeln.
Und: Die Regeln wurden nicht um ihrer selbst willen bestimmt, sondern sind Bestandteil einer gelungenen Kommunikation – der Kommunikation zwischen Autor/in und Leser/in und der Kommunikation, d.h. der Mitteilung einer Idee.


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