Durchgang.

Projektprofil und Forschungsziel in 10 Sätzen

Das Projekt erforscht theoriegeleitet die historischen und aktuellen Bedeutungen transitorischer Räume in der Moderne (19.-21. Jahrhundert). Dabei wird eine Perspektive, die im frühen 19. Jahrhundert ansetzt, mit einem Anspruch auf Gegenwartsdiagnose zusammengeführt. Als transitorische Räume werden architektonische und urbane Ensembles verstanden, die für den Durch- und Übergang von Menschen konzipiert sind. Ziel ist es, erstmals eine kohärente Darstellung der Geschichte und Theorie transitorischer Räume in der Moderne vorzulegen. Eine entsprechende Doppelstudie baulicher bzw. städtischer Durchgangsräume ist deshalb geboten, weil sie in funktionaler und symbolischer Hinsicht zentral für die sich seit dem industriellen Zeitalter rapide modernisierenden Gesellschaften der westlichen Hemisphäre sind. Auch bei der beschleunigten globalen Vernetzung mit ihren Facetten wie Verkehr, Handel oder Migration haben sie stets eine essentielle Rolle gespielt. Sie stellen also zentrale Plots und Spots der Verwandlung der Welt durch Interaktion dar. Das Projekt wird die Hauptkennzeichen transitorischer Räume begriffsgeleitet an markanten Beispielen diskutieren. Es will die ihnen in der gesellschaftlichen Aneignung und theoretischen Diskursivierung jeweils zugewiesenen Hauptfunktionen analytisch rekonstruieren. Dabei sind aber auch die ihnen ein- und zugeschriebenen Programme auf Autosuggestionen und Selbstbestärkungsrhetoriken kritisch zu hinterfragen.