Realismus als Formproblem

​ Verfremdung und Montage bei Gerhard Richter, Pier Paolo Pasolini, Alexander Kluge und Jean-Luc Godard

Prof.'in Dr. Regine Prange
'Opus magnum'-Projekt, gefördert von der VolkswagenStiftung

Laufzeit: Oktober 2021 bis März 2022

Entgegen der Postulierung heute dominierender liberalistischer Ästhetiken ist der Realismus kein postavantgardistisches Phänomen: Ersteht am Anfang der historischen Avantgarden und konstituiert bis heute avancierte künstlerische Verfahren und ihr politisches Selbstverständnis. Der kritische Gesellschaftsbezug realistischerMethoden ist nicht, so die These der Publikation, aus der Erlebniswirklichkeit zu gewinnen; von Beginn an ist ihm das Problem der Form, d. h. die Krise der Repräsentation, inhärent: GustaveCourbets revolutionäre Absage an die Tradition der Ideenkunst im 19. Jahrhundert hatte nicht allein die Entbergung des empirischen Gegenstandes aus seiner mythologischen Einkleidung zur Folge; vorallem gründete sie in der Durcharbeitung der neuzeitlichen Malerei und einer antiakademischen Revision ihrer formalen Gesetze. Das Buchprojekt erkundet ausgehend von Courbet - auf Basis einer Analyse der Realismusdebatten des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts - die Wiederaufnahme des bürgerlich-avantgardistischen und des sozialistischen Realismus seit den 1960er-Jahren. Das Buchprojekt fokussiert bildende und Filmkunst: Ausgehend von Gerhard Richters foto-realistischer und abstrakter Durcharbeitung des 'kapitalistischen Realismus' werden drei mit diesem Thema intensiv befasste Regisseure -Pasolini, Kluge und Godard - in ausgewählten Arbeiten vorgestellt.

Kunstgeschichtliches Institut
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